Das
(Volleyball-)Spiel lernen von Alberto Salomoni
1 Lernen zu Spielen Als ich in Italien gewohnt habe, hatte ich das Glück viele wichtige Trainer kennen zu lernen: Julio Velasco (ehemaliger Trainer der italienischen Nationalmannschaft von 1989 bis 1996), Bebeto (brasilianischer Trainer, Weltmeister mit Italien 1998), Silvano Prandi (Trainer von verschiedenen Mannschaften der italienischen Liga) und noch viele mehr. Auch von vielen anderen Trainern verschiedener Kategorien habe ich viel gelernt. Aber ich glaube, der Trainer, der wirklich in Italien Anfang der 90er alles verändert hat, ist unbedingt Julio Velasco. Der argentinische Trainer hat uns eine neue Mentalität in der Trainingsmethode nahe gebracht : besser, er hat eine neue komplette Philosophie im italienischen Volleyball installiert.... Die sogenannte „Velasco Philosophie“ hat ein klares Prinzip: LERNEN ZU SPIELEN Ich kann ohne Problem sagen, dass diese Philosophie bei meinen Übungen immer dabei ist. Und ich kann auch sagen, dass alle meine kleinen Erfolge als Trainer von dieser Methode gekommen sind.
2 Das Spiel Alles fängt beim Spiel an..... Eine klare Idee, eh? Ich habe mich immer gefragt, wie die italienische Nationalmannschaft , die in Seoul 1988 nur den neunten Platzt erreicht hat, 1989 Europameister und 1990 Weltmeister werden konnte. Und wie sie für 10 Jahre fast immer die beste Nationalmannschaft bleiben konnte. Als ich die Velasco Seminare und Lehrgänge besucht habe, habe ich sofort verstanden, dass diese Trainingsmethode völlig unterscheidet von allen anderen war. Velasco hat auch gesagt, dass er viel von den Amerikanern gelernt hat. Wir haben immer gedacht, dass in unseren Training die Spieler bei der Grundtechnik anfangen müssen und, sobald Sie die Grundtechnik gelernt haben, können Sie spielen. Aber das ist nicht die Realität!! Ein Spiel ist nicht die Summe von Grundtechniken!! Was Velasco meint ist, dass wir als Trainer zuerst überlegen müssen, was wir in einem Spiel brauchen, danach analysieren wir was wichtig für unsere Spieler ist. Wenn ich z.B. eine C-Jugend weiblich trainiere, muss ich mich fragen:
Das Volleyball Spiel ist in zwei Phasen unterteilt: Komplex 1 und Komplex 2 Komplex 1 ist unterteilt in
Komplex 2 ist unterteilt in
Was brauche ich zuerst in einer C-Jugend, um zu spielen? Ich kann ohne Problem sagen, dass, wenn wir nicht annehmen, können wir nicht stellen. Und wenn wir nicht stellen, können wir nicht angreifen. Und wenn die Spielerinnen diese drei Sachen zuerst nicht sehr gut üben, können Sie nicht spielen! Und das ist nur den Anfang vom Spiel. Ich würde sagen, in einer C-Jugend, die wichtigste Übung ist der Annahme-Angriff. Und wenn ich Annahme-Angriff lehre, lernen die Spielerinnen ( oder die Spieler ) auch den Aufschlag, weil ohne Aufschlag keine Annahme kommt. Wenn wir es nicht schaffen, muss ich mich z.B. fragen : Was brauche ich, um eine gute Annahme zu haben?
Es gibt viele Meinungen zu diesem Thema. Meine persönliche Meinung ist, dass die Spieler einen guten Bagger haben müssen. Aber dann kommt die Frage:
Nein, klar.
Diese Fragen kommen, wenn ich weiß, für was ich trainiere: Annahme-Angriff, der Anfang des Spiels. Nur wenn ich das Spiel analysiere, kann ich diese Fragen beantworten:
In unserem Sportverein habe ich das Glück, zwei unterschiedliche Mannschaften zu trainieren: die Rheinhessen C-Jugend weiblich und die Rheinland Pfalz Liga Herren. Ich nehme immer das Spiel unserer 1. Herren auf Video auf. Warum? Nur um zu sehen wie die anderen Mannschaften spielen? Nein. Es ist eine Methode. Es ist eine Trainingsmethode. Wenn ich immer in meinem Kopf habe, dass das Spiel wichtig ist, beobachte ich was meine Spieler im Spiel machen. Ich beobachte z.B. unseren Annahmesituation:
Wenn meine Spieler es nicht schaffen anzugreifen, trainiere ich diese Situationen oder nicht? Das bedeutet, dass man für das Training immer das Spiel im Kopf haben muss. Sobald wir wissen , welche Spielsituationen wichtiger sind als andere, wissen wir auch, wie viel Zeit wir benötigen, um diese Spielsituationen zu trainieren. Das ist ein wichtiges Konzept.
3 Gesamtspielsituation (hier: Definition) Wir haben ( ICH ZUERST ) immer Volleyball gelehrt wie „CLOSED SKILLS" (GESCHLOSSENE ÜBUNGEN):
Ich habe, am Anfang, auch so in Italien trainiert, z.B. für D, C oder B-Jugend: Bagger, Bagger, Bagger, dann Pritschen, Pritschen, Pritschen. Und wenn alles gut gemacht war, ok, durften die Spielerinnen spielen. ERGEBNIS: Langeweile. Die Spielerinnen waren unmotiviert. Es war klar, auch für mich würde es langweilig sein. Wenn ich meine C-Jugend trainiere, ist ihre erste Frage immer: Wann spielen wir? Und das ist eine Frage, die wir als Trainer immer in unserem Kopf haben müssen. Unbedingt. Immer. Wann spielen wir? Gesamtspielsituation bedeutet, dass ich in der Spielsituation die Grundtechnik lernen kann. Und das bedeutet um Gottes Willen nicht, dass die alten Methoden falsch sind: Wenn wir in einem Training spielen und ich beobachte, dass meine Annahme z.B. nicht korrekt ist, muss ich unseren Annahmebagger in einer alten Grundtechnikübung wiederholen: Baggern in Bewegung z.B., aber danach müssen wir sofort spielen. Es ist nur ein anderes Konzept: Wenn wir trainieren, gebe ich meinen Spielern ein klares Ziel. Wenn ein Spieler ein Problem mit dem Angriff hat, weil er mit seinem Arm immer zu niedrig abschlägt, muss er davon denken, dass sein arm immer hoch bleiben muss. Ich sage ihm auch, dass es mir egal ist, ob er „einen Block auf die Zähne kriegt !„. Während des Spiels muss er nur an einer Sache denken. Und sofort wiederholen, wenn er einen Fehler macht. Er hat sofort ein Feedback, positiv oder negativ. Aber er weiß sofort, ob er den Ball gut gespielt hat oder nicht. Er spielt, immer. Und er lernt auch die Grundtechnik. Ein Beispiel: Letztes Jahr ist die D-Jugend weiblich Rheinhessenmeister und dritte in Rheinland-Pfalz geworden, in nur sechs Monaten! Und wir sind vierte mit der C-Jugend weiblich in kurzen Zeit geworden. Alles mit Spielerinnen, die bestimmt nicht 1,80 Meter groß sind. Aber warum ein Erfolg in so kurzen Zeit? Nur weil der Trainer so gut gewesen ist? Bestimmt nicht, ich mache noch so viele Fehler. Es ist klar, dass man auch gute Spielerinnen braucht. Aber die Trainingsmethode hat alles geändert:
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