Training der mentalen Fähigkeiten

von Andreas Meusel

Die unten genannten Trainingsformen bilden eine Auswahl und sollten durch eigene Ideen erweitert werden.

 

Nichtwiederholbarkeit
Im Training der Nichtwiederholbarkeit wird darauf abgezielt, dass Fehler während des Wettkampf in der Regel nicht wiederholbar und damit wieder gut zu machen sind. In der Trainingspraxis bedeutet dies, dass ein Spieler eine Aktion nur einmal versuchen darf. Im Falle eines Misserfolgs gibt es keine Wiederholungsmöglichkeit.

Beispiel 1:
Aufschlag - Annahme (1 gegen 1)
Das Training ist beendet:

  • für die (den) Annahmespieler: nach optimaler Annahme

  • für den Aufschläger: wenn die Annahme nicht optimal ist

 

Prognosetraining
Im Prognosetraining soll gelernt werden, die Leistungsmöglichkeiten realistisch einzuschätzen: Eine Übungsform wird bekannt gegeben (Baggern mit Nachlaufen in einer 4er-Gruppe). Anschließend setzen sich die Spieler selbst ein Ziel (15 Wiederholungen - ohne Fehler). Durch die Ausführung der Übung können die Jugendlichen überprüfen, ob sie sich richtig eingeschätzt haben.

Beispiele (Individuell):

  • Wie viele, von 10 Aufschlägen treffen ein Ziel? (2)

  • Wie viele Annahmen kommen, ohne Fehlversuch, zum Zuspieler? 3

  • 1 Spieler hat 5 Angriffsversuche gegen Einerblock und 2 Abwehrspieler(innen)4

Beispiele (Gruppe):

  • wie oft überquert der Ball das Netz beim Spiel 2 und 2?5

  • wie viele Bälle wehren 2 Abwehrspieler und 1 Blockspieler gegen 10 Angriffe ab?6

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Weitere Trainingsformen

  • festgelegte Mindestnorm (z. B. 10 Wiederholungen)

  • festgelegte Quote erreichen (2 von 3 Versuchen müssen gelingen) sonst:

    • so lang wiederholen, bis sie erreicht wird Kraftübungen, die nicht die Koordination der Muskulatur stören, die für das Gelingen der Übung wichtig st

    • möglichst viele Wiederholungen hintereinander ohne Fehler zwischendurch

    • bei einer Komplex- oder Endlosübung wird nach einer bestimmten Anzahl von Fehlern ein (konditionelles) Zusatzprogramm absolviert (nach dem 5. Fehler: Mini-Zirkel)

  • Trainingsspiel (alte oder Ralley-Point Zählweise):

    • wer nacheinander drei Punkte macht, hat gewonnen

    • wer drei Punkte Vorsprung hat, gewinnt

    • Punkte, die mit bestimmten Techniken/Taktiken erreicht werden zählen doppelt (Wechsel + Punkt bzw. 2 Punkte)

    • Rotationswechsel erst nach einer vorher festgelegten erfolgreichen Aktion

  • Erreichen eines Übungsziels nach einer Vorbelastung

    • besonders in Spiel- und Komplexformen: der Ball muss 2mal miteinander gespielt werden, dann kann versucht werden, einen Punkt/Wechsel zu erreichen

    • Übungen mit (physischer) Vorbelastung (Stabilisations- oder Kraftübung)

  • wettkampfähnliches Training

    • immer wieder „Danke“- oder Abwehr-Bälle zur Mannschaft werfen

    • Übungen die sich durch ihre Aufgabenstellung selbst korrigieren (=zwingende Übungen). (Objektive) Korrekturen durch Gestaltung der Übung oder Video

  • Kleinfeld Spiele mit speziellen Regeln:

    • nur eine Ballberührung

    • Wertung des Spielergebnisses nach Differenz des Punktestandes

Theorie zu mentale Fähigkeiten: hier

 

Literatur

Prof. Dr. Eberspächer: Mentale Trainingsformen in der Praxis; ISBN 3-89284-218-3

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