Korrekturübungen für den Angriffsschlag

Auszug aus der Unterrichtsreihe: Der Angriffsschlag im Volleyball – Technikkorrektur an Stationen

Thorsten Koch

 

Korrekturübungen 5: Timingprobleme

 

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Die fünfte und letzte Station stellt insofern eine Besonderheit im Vergleich zu den anderen Stationen dar, da es sich um die Verbesserung des Timings, also der Koordinierung der Gesamtbewegung nach Anspielen eines Balles handelt. Die Schüler verbesserten ihr Timing zudem bei den Aufwärmspielen oder im Rahmen der Spiele zum Abschluss der Stunde, so dass diese Station vornehmlich von Schülern angesteuert wurden, die explizit Probleme mit dem Zeitpunkt des Anlaufbeginns bzw. der Anpassung an die unterschiedlich hoch zugespielten Pässe hatten. Als sehr effektiv hat sich die Rhythmisierung des Bewegungsablaufs vom Anlaufbeginn bis zum Schlag des Balles erwiesen, die jedoch aufgrund ihres Schwierigkeitsgrades von mir übernommen werden musste. So haben alle Schüler relativ schnell gelernt, den Rhythmus zu verinnerlichen und dem Bewegungsablauf anzupassen.

Wesentlich für das Gelingen dieser Übung ist jedoch das relativ gleichmäßige Anspiel, das von einem der beiden Volleyballspieler, der auch in der Jugendnationalmannschaft die Bälle verteilt, übernommen wurde und eine gewisse Standardisierung gewährleistet war. Für die Verbesserung der Antizipation hat sich der Einsatz des Video-Feedbacks nicht bewährt, weil hier weniger die Optimierung von Teilbewegungen des frontalen Angriffsschlags als vielmehr das Timing, also die Abstimmung des Bewegungsablaufs mit dem fliegenden Ball im Vordergrund stand.

Selbst der Einsatz des Video-Feedbacks zur Bewegungsüberprüfung mit dem eigenen kinästhetischen Bewegungsempfinden muss als fragwürdig eingeschätzt werden. Da die komplexe Bewegung in ihrem Gesamtverlauf dargestellt wird und diese aufgrund der aufnahmebegrenzten Kapazitäten selbst bei geschulten Aufmerksamkeitsstrategien nicht möglich scheint. Was den Zusammenhang von lerntypenspezifischer Ansteuerung einer Korrekturmaßnahme und dem daraus resultierenden Erfolg angeht, ist eine Aussage aufgrund der fehlenden Breite an Vergleichsmaßnahmen für diese Station nicht möglich.  

So wäre es falsch, einen Zusammenhang für den verbal-akustischen Lerntyp allein aus der effektiven Rhythmisierung abzuleiten. Bezüglich der Organisation dieser Station gilt anzumerken, dass sie eine Netzhälfte beanspruchte und durch das laute Mitsprechen der Bewegung die Rhythmisierungsübungen für den Anlauf (Erste Station: „Am-ster-dam“) und der Geräuschüberschneidungen konterkarierte. Dem konnte jedoch durch eine Absprache, sich entsprechend abzuwechseln, begegnet werden. Eine Schülerorientierung kann für diese Station nicht beansprucht werden, da ich selbst die Rhythmisierung vornehmen musste.

 

Fehler

Korrekturmaßnahme

  • zu frühes/zu spätes Loslaufen zum Ball

  • Rhythmisierung (1-2-3) des gesamten Bewegungsablaufs, wobei „1“ das Loslaufen, „2“ der Absprung und „3“ das eigentliche Schlagen des Balles bedeutet

  • Schlagen des gehaltenen Balles

  • Schrittweise Verlängerung der Flugkurven (über Aufsteiger und Meterbällen zu hoch gespielten Bällen)

  • Allgemeine Antizipationsübungen


URL: Der frontale Angriffsschlag

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