Coaching im Beachvolleyball


- Eine Untersuchung des Coaching-Verhaltens der besten deutschen Beachvolleyball-Teams -

 

Christoph Diekmann

 

Zum Beitrag

Das Thema dieses Beitrags lautet „Coaching im Beachvolleyball“.  Dabei soll untersucht werden, welche Maßnahmen im Beachvolleyball während des Spieles ergriffen werden, um Einfluss auf das sportliche Geschehen zu nehmen und in welcher Weise dies passiert. Es ist zu beachten, dass im Beachvolleyball das „Coaching“ durch eine dritte Person während des Spieles verboten ist: Christoph Dieckmann (links) und Andreas Scheuerpflug

Foto Hoch2: Christoph Dieckmann (links) und Andreas Scheuerpflug; URL: http://ds-beach.de/

Es werden also die Coaching-ähnlichen Handlungen der beiden Spieler selbst im Mittelpunkt der Arbeit stehen.

Von besonderem Interesse scheint dabei die Situation im Leistungssport Beachvolleyball zu sein. Es kann davon ausgegangen werden, dass das Vorgehen im Leistungssport Vorbild- und „Trendsetting“-Charakter für Beachvolleyball im Allgemeinen ausübt. Die Untersuchung beschränkt sich daher auf die nationale (deutsche) Spitze. Darunter werden hier die Teilnehmer der deutschen Meisterschaften 2002 verstanden, also die besten sechzehn Damen- und Herrenteams.

Das „Coaching“ wurde mit Hilfe einer Befragung dieser 32 teilnehmenden Teams untersucht. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt, der an die Teams verschickt wurde. 16 Teams beantworteten den Fragebogen. Die beantworteten Fragebögen wurden dann ausgewertet, um allgemeine und spezielle Aussagen über das Coaching-Verhalten während eines Beachvolleyball-Spieles machen zu können.

Es gibt bislang kaum theoretische Erkenntnisse über das „Coaching“-Verhalten der Spieler beim Beachvolleyball. Während schon für Hallenvolleyball „konkrete Hinweise zum Coaching in der Literatur vergleichsweise dünn gesät sind“, mangelt es im Beachvolleyball noch stärker sowohl an der Bandbreite an wissenschaftlichen Erörterungen als auch an belegbaren Erkenntnissen aus der Praxis. Dies wirkt sich auch auf die Ausgangslage dieser Arbeit aus. Es fehlt die theoretische „Plattform“. Daher wurde als Ausgangspunkt das „Coaching“ im Hallenvolleyball gewählt. Beachvolleyball ist aus dem Hallenvolleyball entstanden. Zudem haben so gut wie alle aktiven Beachvolleyballer in der einen oder anderen Form auch in der Halle Volleyball gespielt. Des Weiteren sind die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Sportarten groß genug, um Erkenntnisse aus dem Hallenvolleyball als Ausgangspunkt oder als Abgrenzung für den Beachvolleyball heranzuziehen.

Um den Rahmen dieses Beitrags nicht zu sprengen, kann hier nur das „Coaching“-Verhalten im Spiel behandelt werden. Das Coaching vor und nach dem Spiel (Vorbereitung mit Videomaterial, taktische Anweisungen; Analyse des Spiels etc.) kann hier ebenso wenig untersucht werden wie das Wirken eines Beachvolleyball-Trainers/Betreuers hinsichtlich des Coachings. In Ermangelung einer ausreichenden Behandlung des Themas „Coaching im Beachvolleyball durch die Spieler selbst“ in der Fachliteratur kann ein Vergleich zwischen theoretischen Erkenntnissen und der Handhabung in der Praxis nur in Ansätzen vorgenommen werden.    

Im Speziellen wird in dieser Arbeit untersucht, was die inhaltlichen Schwerpunkte des Coachings im Beachvolleyball sind, wie häufig Handlungen sind, die unter das Coaching gefasst werden können, wer diese vornimmt und wie umfangreich und regelmäßig sie sind. Dabei wird auch geprüft, welche Unterschiede oder Übereinstimmungen bezüglich der oben genannten Punkte in den verschiedenen Coaching-Phasen „zwischen den Ballwechseln“, „Auszeiten“ und „Satzpausen“ festgestellt werden können.

Des Weiteren werden Unterschiede im Coaching-Verhalten zwischen verschiedenen Teilen der Beachvolleyball-Teams herausgestellt: So wird gezeigt, inwieweit sich z.B. das Coaching von Damen- und Herrenteams, von jungen und alten Teams, von erfolgreichen und weniger erfolgreichen und von Teams mit und ohne eigener Coaching- (bzw. Trainer-)Erfahrung unterscheiden.

Insgesamt wird mit dieser Arbeit nicht das Ziel verfolgt, einzelne wenige Schwerpunkte (z.B. Umgangston und –form der beiden Spieler beim Coaching) tiefgehend zu untersuchen. Es geht vielmehr darum, - angesichts des Mangels an theoretischen Erkenntnissen und wissenschaftlich verwendbaren Praxisbeschreibungen – zu versuchen einen Gesamtüberblick über die Situation des Coachings während des Spieles im nationalen Spitzen-Beachvolleyball zu verschaffen.

Der Aufbau des Beitrags stellt sich wie folgt dar: Im ersten Teil wird die Situation des Coachings beschrieben. Es wird auf die theoretischen Erkenntnisse, die in der Fachliteratur zum Hallenvolleyball vorliegen, auf die Rahmenbedingungen und die Entwicklung des Coachings im Beachvolleyball und auf die in der Fachliteratur gemachten Vorschläge zum Coaching-Verhalten im Beachvolleyball eingegangen.

Im zweiten Teil werden die durch die Auswertung der Fragebögen gewonnenen Erkenntnisse über das Coaching-Verhalten im deutschen Spitzen-Beachvolleyball dargestellt und ihre Aussagekraft überprüft. Im Rahmen dieser Analyse wird auch ein Vergleich mit den theoretischen Vorgaben in der Fachliteratur vorgenommen. Im dritten Teil werden die gewonnenen Erkenntnisse übergreifend eingeordnet und es wird ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung vorgenommen.

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