Coaching im Beachvolleyball

- Hausarbeit von Christoph Diekmann-

 

Untersuchung im deutschen Spitzen-Beachvolleyball 

1 Die Ausgangssituation

Die Informationen über das Coaching-Verhalten der deutschen Spitzen-Beachvolleyballteams wurden durch eine Umfrage unter diesen Teams gewonnen. Als Untersuchungsgruppe wurden die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaften 2002 (16 Damen- und 16 Herren-Teams) gewählt. Diese Auswahl beinhaltet die am professionellsten arbeitenden Teams in Deutschland und ermöglicht eine nachvollziehbare und sinnvolle Abgrenzung zum Bereich der Teams, die Beachvolleyball nur teilweise leistungsmäßig, als Ausgleich zum Hallenvolleyball oder als Hobby betreiben. Angesichts dieser Auswahl gelten die herausgearbeiteten Ergebnisse auch nur für die oben genannte Untersuchungsgruppe. Es sollte daraus nicht unmittelbar auf andere Leistungs-Niveaus geschlossen werden.

Auf Grund der geringen Fallzahl dieser Untersuchung sollten die gewonnenen Erkenntnisse – insbesondere jene über bestimmte Gruppierungen mit den gleichen Merkmalen innerhalb der befragten Menge (z.B. alle Männer-Teams; junge Teams etc.) – als Tendenzen und nicht als gesicherte Wahrheiten verstanden werden.

Auf Grund der schon in der Einleitung dieser Arbeit erwähnten weitestgehend fehlenden theoretischen, wissenschaftlichen Erkenntnisse über das Coaching-Verhalten von Beachvolleyball-Teams erscheint es in diesem Fall wenig sinnvoll Thesen bezüglich dieser Thematik aufzustellen und diese dann anhand der durch die Umfrage gewonnenen Ergebnisse zu überprüfen. Daher sollen die im Folgenden dargestellten Erkenntnisse viel mehr selbst als Thesen (und Tendenzen) verstanden werden, die einer wissenschaftlich-theoretischen Bestätigung bedürfen.          

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2 Ablauf und Inhalt der Untersuchung

Die Untersuchung wurde mit Hilfe einer Umfrage durchgeführt. Zu Beginn der Untersuchung wurde ein standardisierter Fragebogen mit 49 Fragen entwickelt. Dieser wurde per e-mail an die 32 Teams geschickt. Es antworteten 16 Teams (50 % Rücklaufquote).

Der Fragebogen setzt sich aus drei Teilen zusammen. Im ersten Teil („Allgemeines“) wurden allgemeine Auskünfte und Informationen über die Rahmenbedingungen eingeholt (Alter, Geschlecht, Leistungsniveau, Wurde das Team von einem Trainer betreut etc.). Die Fragen des zweiten Teils gingen auf die Coaching- Handlungen des Teams während des Spiels ein. Dabei wurde zwischen den drei Phasen „zwischen den Ballwechseln“, „in der Auszeit“ und „zwischen den Sätzen“ unterschieden. Im dritten Teil wurden Fragen zur Einordnung des Coaching-Verhaltens gestellt (z.B. Zufriedenheit mit dem eigenen Coaching etc.).

Nach Erhalt der Antworten wurden die Fragebögen ausgewertet. Dies geschah zum einen, indem die Antworten der Gesamtheit der Teams evaluiert wurden. Die Themengebiete sind folgende: „wie viel wurde gecoacht?“, „wer coachte?“, „was war Inhalt des Coachings?“, „Dauer des Coachings“, „Umgangston beim Coaching“, „Regelmäßigkeit des Coachings“, „Taktikänderung innerhalb des Coachings“, „Planung und Umsetzung des Coachings“ und „Zufriedenheit mit dem eigenen Coaching“.

In einem zweiten Schritt wurde untersucht, ob und inwieweit sich das Coaching (im Rahmen der genannten Themengebiete) innerhalb der drei Phasen „zwischen den Ballwechseln“, „in den Auszeiten“ und „zwischen den Sätzen“ unterscheidet.

In einem dritten Schritt wurde ausgewertet, ob und inwiefern sich Gruppierungen aus der Gesamtmenge, die bestimmte Gemeinsamkeiten aufweisen, von den nicht dazu gehörenden Teams in ihrem Coaching-Verhalten unterscheiden. Dies geschah unter vier verschiedenen Gesichtspunkten. Ein Kriterium war das Geschlecht. Es beteiligten sich neun Damen- und sieben Herren-Teams an der Umfrage. Desweiteren wurde besonderes Augenmerk auf das Alter der Spieler innerhalb der Teams gelegt. Als „junge Teams“ werden hier die Teams geführt, deren beide Spieler jünger als 30 Jahre alt sind (dazu gehören sieben Teams). „Alte Teams“ sind solche, in denen ein Spieler über 30 Jahre alt ist und der andere mindestens 24 Jahre alt ist (neun Teams).

Ein anderes Kriterium war die Professionalität bzw. die Ambitionen der Teams.  Zu den ambitionierten Teams werden hier jene gezählt, die gleichzeitig erstens in der Saison 2002 international gespielt haben, die zweitens einen Trainer oder Betreuer hatten und drittens jene, die Spiele auf Video aufnahmen (acht Teams). Alle Teams, die diese drei Bedingungen nicht erfüllen, gelten hier als nicht-professionelle Teams (acht Teams).

Schließlich wird zwischen solchen Teams unterschieden, die über ihr Coaching-Verhalten innerhalb des Teams gesprochen haben und Regeln festgelegt haben, also ein geplantes Coaching betreiben (sechs Teams) und zwischen jenen, die ohne vorherige Absprache coachen (zehn Teams).

Die durch Anwendung der genannten Einteilungskriterien entstandenen Schnittmengen sind in keinem Fall identisch mit einer der anderen Schnittmengen (z.B.: nicht alle Damen-Teams sind junge Teams etc.).

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