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Die Auswertung der Fragebögen zeigt, dass generell Coaching-Maßnahmen
häufig durchgeführt werden. Dabei ist es in den meisten Teams ein
bestimmter Spieler – häufig der erfahrenere -, der coacht. Allerdings
gibt kein Team an, dass immer nur ein Spieler das Wort führt: Jedes
Team verfügt also über zwei „Coaches“. Am häufigsten werden
mannschaftstaktische und gegnerbezogene Anweisungen gegeben. Selten
dagegen ist die Technik Inhalt des Coachings. Sehr selten kommt es zu
Beschimpfungen innerhalb des Teams. Fragt man nach den am meisten
diskutierten Spielelementen im Bereich „Mannschaftstaktik“, wird
deutlich, dass der Aufschlag die größte Bedeutung hat. Mit der
Entscheidung, wie und vor allem auf wen aufgeschlagen wird, kann in
erheblichem Maße Einfluss auf den Spielaufbau des gegnerischen Teams
genommen werden. Es erscheint daher sinnvoll, dieses Element zum
Schwerpunkt von Coaching-Anweisungen zu machen. Es folgen „Abwehr“,
„Block“ und „Angriff“: Alles Bereiche, in denen für jedes Team relativ
großer taktischer Handlungsspielraum besteht. Am wenigsten wird über
stark vorbestimmte Abläufe (z.B. Annahme) gesprochen. Es ist zu
bemerken, dass gerade in den hier betroffenen Elementen „Annahme“ und
„Punktballsituation“ (relativ selten Inhalt des Coachings) eine gute
mannschaftsinterne Abstimmung von Nöten ist und daher auch über diese
Handlungen gesprochen werden sollte.
Im Bereich „Individualtaktik“ wird am häufigsten
über „Block“ gesprochen: Dieser ist erstens in den meisten Fällen
(abgesehen von Ass-Aufschlägen) die erste Möglichkeit für ein Team
einen Punkt zu erzielen und setzt zweitens die „Rahmenbedingungen“ für
die Feldabwehr. Ebenfalls von Bedeutung sind auch hier „Aufschlag“ und
„Angriff“.
Gegnerbezogene Anweisungen sind im
Beachvolleyball sehr häufig festzustellen: Dabei geht es sehr oft um
„Angriff“ und „Annahme“ des Gegners, da dies die entscheidenden
Bestandteile des Sideout-Spieles sind, welche vom eigenen Team (z.B.
durch einen guten Block) beeinflusst werden können (im Gegensatz zum
Zuspiel).
Taktikänderungen im Allgemeinen werden meistens
nach einem Gespräch der beiden Spieler vorgenommen, wobei diese
Entscheidungen häufig im Endeffekt von nur einem Spieler getroffen
werden. Selten wird die Taktik ohne oder gegen eine Absprache
geändert.
Die Coaching-Anweisungen sind zwischen den
Ballwechseln meist sehr kurz, während die Auszeiten und die Satzpausen
von den meisten Teams zum größten Teil für die Besprechung genutzt
werden. Am häufigsten werden diese Anweisungen in „ruhigem und
entspanntem“ oder zumindest in „neutralem“ Tonfall ausgesprochen,
wobei dieser in „mittelstarkem“ bis „weniger starkem“ Maße vom
Spielstand abhängt. Diese relativ geringe Abhängigkeit (bedenkt man,
dass es zum Teil um viel Geld und/oder wichtige Ranglistenpunkte geht)
deutet auf ein relativ nüchternes Coaching-Verhalten hin. Dieses
Coaching-Verhalten wird von den Teams selbst als durchschnittlich
standardisiert angesehen. Diese Wertung lässt sich so interpretieren,
dass bei den Teams zwar gewisse Abläufe regelmäßig vorzufinden sind,
aber gleichzeitig jede einzelne Coaching-Phase (zwischen zwei
Ballwechseln, in der Auszeit oder in der Satzpause) von den Spielern
neu gestaltet wird, ohne dass dies sich immer in der gleichen Weise
wiederholt.
Nur sechs der sechzehn befragten Teams planen ihr
Coaching-Verhalten. Die Tatsache, dass die eindeutige Mehrheit der
Teams über diesen Bereich nicht explizit spricht, kann auf
verschiedene Weise interpretiert werden. Es könnte sein, dass die
Teams dies nicht für nötig halten, da sie der Meinung sind, dass es
sowieso offensichtlich ist, wie die Spieler sich verhalten müssen,
oder dass sie ein Gespräch über das Coaching-Verhalten als nicht
leistungsfördernd betrachten, z.B. weil sie das Coaching im
Allgemeinen für weniger wichtig halten. Es wäre jedoch auch möglich,
dass viele Teams in ihrer Herangehensweise an das Thema
„Beachvolleyball“ immer noch etwas von der Einstellung „einfach drauf
losspielen“ haben. Dies würde bedeuten, dass die Professionalisierung
im Beachvolleyball noch nicht sehr weit fortgeschritten ist.
Die Teams bewerten ihr Coaching-Verhalten im
Durchschnitt als „befriedigend“: Dies zeigt, dass die Teams zwar nicht
unzufrieden sind, aber doch wissen, dass es noch Spielraum für ein
besseres Coaching-Verhalten gibt.
Vergleicht man die Unterschiede in den
Umfrageergebnissen zwischen den verschiedenen Coaching-Phasen (z.B.
Auszeit – Satzpause) und zwischen den verschiedenen Teilen der
befragten Teams (z.B. Damen-Teams – Herren-Teams), so muss betont
werden, dass die Abweichungen in den allermeisten Fällen relativ klein
sind. Es lässt sich zwar von relevanten Unterschieden sprechen, die
Grundtendenz bleibt jedoch meistens die gleiche, oder zumindest in die
gleiche Richtung weisend.
TOP
Es fällt auf, dass zwischen den Ballwechseln
etwas seltener Coaching-Anweisungen gegeben werden als in den
Auszeiten und den Satzpausen. Zwischen den Ballwechseln wird etwas
mehr Wert auf Anfeuerungen und weniger auf taktische Besprechungen
gelegt. Diese Phasen sind also stärker von Emotionen geprägt. Dagegen
wird in den zeitlich - und wohl auch emotional – am weitesten vom
Spielgeschehen entfernten Phasen, den Satzpausen, die inhaltlich
gehaltvollsten Informationen ausgetauscht. Dies geschieht auch stärker
als zwischen den Ballwechseln und in den Auszeiten in freundlichem und
entspanntem Umgangston. Etwas überraschend erscheint es, dass das
regelmäßigste Coaching-Verhalten zwischen den Ballwechseln anzutreffen
ist. Dies könnte jedoch daran liegen, dass dies die mit deutlich
kürzesten Coaching-Phasen sind, weshalb sich automatisch weniger
Verhaltens-Alternativen ergeben.
Die Damen-Teams geben sich etwas häufiger
Coaching-Anweisungen und diese sind im Durchschnitt auch etwas länger
als jene bei den Herren. Dies gilt für alle drei Coaching-Phasen.
Dabei sind die Männer etwas entspannter im Umgang, schreien sich
jedoch häufiger einmal an. Dass das Coaching-Verhalten bei den Frauen
etwas emotionaler ist, zeigt sich auch daran, dass der Umgangston
stärker als bei den Herren-Teams vom Spielverlauf abhängt. Zudem kommt
es bei den Damen öfter zu motivationalen Bemerkungen und Anfeuerungen,
während die Männer etwas häufiger gar nichts zueinander sagen oder
sich innerhalb des Teams beschimpfen. Dass die Damen etwas konstanter
und kollektiver in ihrem Coaching-Verhalten sind, wird auch daran
deutlich, dass sie Taktikänderungen seltener gegen oder ohne Absprache
durchführen, und dass sie ihr Coaching als regelmäßiger als die Männer
einschätzen. Mehr Damen- als Herren-Teams planen ihr
Coaching-Verhalten und sind mit diesem zufrieden.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Damen häufiger,
emotionaler, kollegialer und konstanter coachen. Vieles deutet darauf
hin, dass sie das Coaching etwas wichtiger nehmen und sich darüber
mehr Gedanken zu machen. Daher lässt sich durchaus die These
aufstellen, dass die Damen-Teams sich etwas besser coachen als die
Herren-Teams.
Im Vergleich der jungen mit den älteren Teams
wird deutlich, dass die jungen Teams sich häufiger coachen und diese
Coaching-Anweisungen von längerer Dauer sind. Die älteren Teams sind
in ihrem Coaching-Verhalten etwas ausgeglichener (stärkere
Standardisierung; weniger Beeinflussung des Umgangstons durch den
Spielstand), ruhiger (seltener aggressiver Tonfall, weniger
Beschimpfungen) und weniger individualistisch (seltener Entscheidungen
ohne Absprache oder von nur einem Spieler). Die jüngeren Teams
beschäftigen sich mehr mit der eigenen Taktik und Technik, während die
älteren häufiger über den Gegner bzw. die gegnerbezogene Taktik
sprechen. Insgesamt lässt sich sagen, dass die jüngeren Teams in ihrem
Coaching-Verhalten etwas unsteter und emotionaler zu sein. Dies muss
aber nicht bedeuten, dass ihr Coaching schlechter ist: Immerhin sind
es die jüngeren Teams, die eher ihr Coaching planen und mit diesem
Coaching etwas zufriedener sind als die älteren Teams.
Die ambitionierteren Teams besprechen sich in den
drei Phasen etwas häufiger als die weniger ambitionierten. Sie geben
sich öfter Anweisungen zur Taktik und zur Technik, während
Anfeuerungsrufe seltener als bei den weniger ambitionierten Teams
sind. Während diese Parameter bei „professionelleren“ Teams durchaus
zu erwarten sind, überrascht es, dass diese Teams häufiger gereizt und
aggressiv sind und sich etwas öfter innerhalb des Teams beschimpfen.
Ebenfalls unerwartet ist es, dass das Coaching-Verhalten dieser Teams
nicht geplanter und konstanter ist als jenes der weniger
ambitionierten Teams. Dies alles zeigt, dass man den ambitionierteren
Teams kaum ein professionelleres Coaching als den anderen Teams
attestieren kann. Es scheint im Gegenteil eher so zu sein, dass diese
Teams – vielleicht auf Grund des stärkeren Erfolgsdrucks - etwas
unbeherrschter und unsachlicher sind als die Teams mit geringeren
Ambitionen. Allerdings sind es trotzdem die ambitionierteren Teams,
die etwas zufriedener mit ihrem Coaching sind.
TOP
Die Teams, die für ihr Coaching-Verhalten Regeln
festgelegt haben, geben sich häufiger innerhalb des Teams
Coaching-Anweisungen. Diese Anweisungen sind zudem im Durchschnitt von
längerer Dauer. Diese hohe Quantität der Coaching-Maßnahmen geht
jedoch nicht mit einer hohen Qualität einher: Es ist häufiger ein
gereizter und aggressiver Umgangston zu konstatieren, die Spieler
beschimpfen sich öfter und ihr Tonfall hängt in stärkerem Maße vom
Spielverlauf ab als bei den Teams, die ohne Planung coachen. Zudem
lässt sich in ihrem Coaching-Verhalten keine größere Konstanz als bei
den Teams, die ohne Planung coachen, feststellen. Teams, die ihr
Coaching planen, entscheiden häufiger ohne Absprache, und es ist öfter
ein Spieler, der den Großteil des Coachings übernimmt. Es ist möglich,
dass bei den Teams, die für ihr Coaching-Verhalten Regeln festgelegt
haben, deshalb kein qualitativ besseres Coaching betrieben wird, weil
vielleicht gerade die Teams, die Probleme mit Coaching-Verhalten und
Umgangston haben – also eher schlechteres Coaching betreiben oder
betrieben haben - , es für notwendig halten (oder hielten) sich
Gedanken darüber zu machen und Verhaltens-Regeln aufzustellen, um
Verbesserungen zu erzielen.
2 Ausblick
Nach der Bestandsaufnahme der Coaching-Situation,
wie sie sich heute im deutschen Spitzen-Beachvolleyball darstellt,
erscheint auch ein kurzer Ausblick in die Zukunft angebracht.
Die Entwicklung der Sportart Beachvolleyball von
einem reinen Trendsport, der von den Akteuren „just for fun“ ausgeübt
wurde, hin zu einer Sportart, die von vielen Athleten professionell
betrieben wird, gibt auch einen Anhaltspunkt für die Entwicklung des
Coaching-Verhaltens der Teams. Während früher so gut wie kein Team
einen Trainer hatte und es für die meisten gar nicht vorstellbar, sich
Gedanken über sein Coaching-Verhalten zu machen bzw. sich bewußt zu
machen, dass es beim Beachvolleyball überhaupt Coaching – seitens der
Spieler – gibt, arbeiten heutzutage viele Teams mit einem Trainer
zusammen (siehe oben stehende Untersuchung) und besprechen, wie ihr
Coaching aussehen soll. Diese Tendenz zeigt sich seit längerem schon
auf internationaler Ebene: Auf der FIVB World Tour spielen nur Teams,
die ihren Sport professionell ausüben und es sind kaum noch Teams
vorzufinden, die nicht mit einem Trainer zusammenarbeiten. All dies
zeigt, dass Beachvolleyball immer professioneller betrieben wird und
es deutet einiges darauf hin, dass sich dieser Trend auch in näherer
Zukunft fortsetzen wird. Es ist davon auszugehen,dass mit einer
allgemeinen Professionalisierung auch eine Verbesserung des
Coaching-Verhaltens der Teams einhergehen wird und alle Teams sich
mehr mit diesem Thema beschäftigt werden, um auch auf diesem Gebiet
das Optimum herauszuholen. Dass das Coaching-Verhalten für die Teams
immer mehr an Bedeutung gewinnt, lässt sich auch daran ablesen, dass
62 % der befragten Teams angeben, heute mehr zu coachen als in der
Vergangenheit. Hier ist allerdings zu bemerken, dass eine quantitative
Steigerung nicht zwangsläufig mit einer qualitativen einher geht. Es
kann jedoch als Beleg dafür genommen werden, dass viele Teams bemüht
sind, den Bereich „Coaching“ zu optimieren.
TOP
3 Schluss
Angesichts gewisser grundsätzlicher
Übereinstimmungen zwischen Beachvolleyball und Hallenvolleyball und
der Tatsache, dass es kaum Literatur zum Thema „Coaching im
Beachvolleyball“ gibt, schien es sinnvoll als theoretischen
Ausgangspunkt das „Coaching im Hallenvolleyball“ zu wählen. Ziel des
Coachings ist die positive Einwirkung auf das Spielverhalten der
Spieler. Entscheidendes Mittel der Steuerung ist dabei die Sprache.
Die sprachliche Einflussnahme sollte im Dreischritt von Benennung über
Analyse zur Handlungshilfe erfolgen. Der Coach soll während des Spiels
Anweisungen von der Coaching-Zone aus geben und insbesondere Auszeiten
und die Satzpausen (in ähnlicher Weise wie die Auszeiten) für seine
Coaching-Anweisungen nutzen. Dabei geht es um Leistungssteigerung des
eigenen und Leistungsminderung des Gegners. Kritik sollte nur in
vertretbarem Ton geäußert werden. Von Bedeutung ist auch der
motivierende Charakter von Ansprachen des Coaches und die Präzisierung
und Vereinfachung von Anweisungen. Diese Anweisungen sind meist der
eigenen Mannschaftstaktik, seltener dem Gegner und noch seltener den
technischen Elementen gewidmet. Alle Coaching-Bemerkungen sollten
aufgaben- und zielorientiert sein. Dem Coach im Hallenvolleyball
stehen als weitere Gelegenheit der Einflussnahme Spielerwechsel zur
Verfügung.
Diese Möglichkeit des Spielerwechsels gibt es im
Beachvolleyball nicht. Zudem ist es den Teams nicht erlaubt, von einer
dritten Person gecoacht zu werden. Die Spieler müssen das Coaching
also selber übernehmen. Trotzdem gelten die oben gemachten
Ausführungen zum Hallenvolleyball in den meisten Fällen prinzipiell
auch im Beachvolleyball. Es sollte eine verständliche Strategie geben,
das Coaching sollte positiv sein, Fehleraufzählungen vermieden und
nicht zu viele Informationen ausgetauscht werden. Auch die Aktivierung
und Motivierung sollte Bestandteil des Coachings im Beachvolleyball
sein. Im Vergleich zum Hallenvolleyball ist das
Beachvolleyball-Coaching individueller ausgerichtet.
Der größte Unterschied besteht jedoch darin, dass
die Spieler sich selber coachen müssen. Deshalb ist das Verhalten der
beiden Spieler zueinander von besonders großer Bedeutung. Es ist
darauf zu achten, dass negative Äußerungen zum oder über den Partner
in jedem Fall zu unterlassen sind und Kritik nur in konstruktiver Form
geäußert werden sollte.
Die Problematik des Coachings ergibt sich v.a.
daraus, dass zwar Anweisungen ausgetauscht werden müssen, diese aber
gleichzeitig keinen negativen Einfluss auf die Stimmung zwischen den
beiden Spielern und damit auf das Spiel haben sollten. Zudem können
schnell Probleme daraus entstehen, dass es nicht nur einen Coach gibt,
der das Sagen hat, sondern zwei, die bestimmen wollen. Des Weiteren
ergibt sich das Problem der mangelnden objektiven Wahrnehmung. Dies
gilt für den Beachvolleyballer sowohl für seine Funktion als Spieler
als auch als Coach. Besonders deutlich wird dies bei der für ein gutes
Coaching erforderlichen Beobachtung des Spielgeschehens, welche für
jeden Beachvolleyballspieler (und damit gleichzeitig auch –Coach) sehr
erschwert ist. Zudem wird die Fähigkeit zu Beobachtung, Analyse,
Informationsvermittlung und –aufnahme durch die hohe körperliche
Belastung während des Spiels beeinträchtigt.
Hinsichtlich der Inhalte der Anweisungen gilt,
dass auf Grund der größeren Vorhersehbarkeit von Spielsituationen die
Stärken und Schwächen des Gegners mehr Beachtung finden als im
Hallenvolleyball. Diese Spielstruktur ermöglicht zudem ein
individuelleres und stärker und gezielter gesteuertes Coaching. Durch
die geringere Anzahl an Handlungsoptionen im Vergleich zum
Hallenvolleyball wird das Coaching in gewisser Weise auch vereinfacht.
Insgesamt lässt sich konstatieren, dass die
besonderen Rahmenbedingungen für das Coaching im Beachvolleyball
unbedingt berücksichtigt werden müssen: Die erfolgreiche Balance
zwischen gutem Umgang zwischen den beiden Spielern und den nötigen
Eingriffen durch Coaching –Anweisungen durch die Spieler selbst ist
die Grundvoraussetzung für ein gutes Coaching.
In den Anfangsjahren des Beachvolleyballs wurden
sich wenige Gedanken über den Ablauf des Coaching-Verhaltens gemacht.
Die zunehmende Professionalisierung und die steigende Anzahl von
Teams, die mit Trainern zusammenarbeiten, dürften dazu geführt haben,
dass mehr über dieses Coaching-Verhalten nachgedacht und gesprochen
wird.
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Die Befragung der besten deutschen
Beachvolleyball-Teams (die 32 Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft
2002) hat einige Tendenzen hinsichtlich des Coaching-Verhaltens von
Beachvolleyball-Teams des obersten Leistungsniveaus erkennen lassen.
Es zeigt sich, dass Coaching-Maßnahmen generell häufig durchgeführt
werden, wobei in den meisten Teams ein bestimmter Spieler deutlich
häufiger als der andere das Coaching übernimmt. Inhalt dieser
Coaching-Anweisungen sind v.a. Mannschaftstaktik und gegnerbezogene
Taktik und dabei insbesondere solche Elemente, mit denen in starkem
Maße Einfluss auf den Spielaufbau des Gegners genommen werden kann
(z.B. Aufschlag), bei denen relativ großer taktischer
Handlungsspielraum besteht (Angriff, Abwehr, Block) und beim Gegner
die Elemente, welche vom eigenen Team beeinflusst werden können (z.B.
Annahme, Angriff). Die Anweisungen werden meist in ruhigem und
entspannten oder zumindest in neutralem Tonfall ausgesprochen. Das
Coaching-Verhalten allgemein wird nur als durchschnittlich
standardisiert beurteilt und im Durchschnitt mit der Note
„befriedigend“ bewertet. Nur sechs der sechzehn Teams planen ihr
Coaching-Verhalten. Dies alles zeigt, dass es noch einiger Spielraum
für Verbesserungen des Coaching-Verhaltens vorhanden ist.
Die Unterschiede zwischen den Coaching-Phasen
„zwischen den Ballwechseln“, „Auszeit“ und „Satzpause“ sind relativ
gering. Es zeigt sich aber, dass erstere am stärksten von Emotionen
geprägt sind und dass während den Satzpausen die inhaltlich
gehaltvollsten Anweisungen gegeben werden.
Im Vergleich zwischen Damen- und Herrenteams wird
deutlich, dass Damen etwas häufiger, emotionaler, kollegialer und
konstanter coachen. Dies lässt die Vermutung zu, dass die weiblichen
Teams dem Coaching etwas größere Bedeutung beimessen und ein etwas
besseres Coaching betreiben als die Herren.
Die älteren Teams sind in ihrem
Coaching-Verhalten etwas ausgeglichener, ruhiger und weniger
individualistisch als die jüngeren Teams, die unsteter und emotionaler
coachen.
Die ambitionierteren Teams geben zwar etwas
häufiger Anweisungen als die weniger ambitionierten Teams, aber
coachen etwas unbeherrschter und unsachlicher, weshalb diesen Teams in
keinem Fall ein professionelleres Coaching-Verhalten bescheinigt
werden kann.
Ähnliches gilt für jene Teams, die für ihr
Coaching Regeln aufgestellt haben: Sie coachen zwar mehr, aber nicht
besser. So ist z.B. der Umgangston häufiger gereizt und es ist keine
größere Konstanz festzustellen als bei den Teams, die ihr Coaching
nicht planen.
Zwischen den verschiedenen Teilgruppen ergaben
sich insgesamt keine großen Abweichungen, was auf ein relativ
ähnliches Coaching-Verhalten der befragten Teams hinweist. Auffällig
ist insbesondere, dass sich auch bei den Teams, die größere Ambitionen
haben und generell professioneller arbeiten und solchen Teams, die für
ihr Coaching-Verhalten Regeln festgelegt haben, kein qualitativ
besseres Coaching-Verhalten feststellen ließ.
Analysiert man die Entwicklung von
Beachvolleyball in Deutschland im Allgemeinen und der Team-Betreuung
(Trainer, Video, Training etc.) im Speziellen und betrachtet man
diesbezüglich die Entwicklungstendenzen im internationalen
Beachvolleyball, kommt man zu der Einschätzung, dass Beachvolleyball
immer professioneller betrieben wird und dieser Trend auch anhalten
wird. Es ist daher auch davon auszugehen, dass sich immer stärker mit
dem Thema „Coaching“ befasst wird und das Coaching-Verhalten in jedem
Team an Bedeutung gewinnt.
Abschließend lässt sich feststellen, dass es gute
Gründe gibt, sich der Aussage von Martin anzuschließen: „Die richtige
Führung, Beratung, psychologische und taktische Einstellung von
Sportlern und Mannschaften im Wettkampf sind leistungsbestimmende
Faktoren und beeinflussen das Wettkampfresultat“.
Dies gilt auch für Beachvolleyball. Dabei
erschweren die in dieser Arbeit dargestellten besonderen
Rahmenbedingungen für das Coaching im Beachvolleyball die Festlegung,
was „gutes“ Coaching überhaupt ist und wie es aussehen muss. Daher
sollte „gutes“ Coaching in erster Linie danach definiert werden, ob es
dem einzelnen Team in seiner Situation optimal hilft und
leistungssteigernd wirkt. Im Extremfall kann gutes
Beachvolleyball-Coaching daher auch aus Schweigen bestehen!
Wichtig ist vor allem, dass dieses
Coaching-Verhalten nie willkürlich sein darf. Es muss immer
zielorientiert sein. Dabei ist immer zu beachten, dass durch die
Spielstruktur des Sportspiels Beachvolleyball der Umgang zwischen den
beiden Spielern und die daraus resultierende Wirkung noch viel
wichtiger ist als jene zwischen den Mannschaftsmitgliedern im
Hallenvolleyball. |