Differenzielles Lernen im Volleyball (III)

J. Römer, W.I. Schöllhorn, T. Jaitner,  R. Preiss

Untersuchungsmethodik

Zur Untersuchung des differenziellen Lernens im Volleyball wurden die beiden Volleyballkurse der Jahrgangsstufe 11 eines Gymnasiums ausgewählt. Die Zusammensetzung der Kurse mit Schülerinnen und Schülern wurde durch den Fachleiter Sport der Schule vorgenommen, so dass es sich bei der Untersuchung um eine anfallende und nicht um eine repräsentative Stichprobe handelt. Daraus resultierte, dass die eine Gruppe nur aus 16 Schülerinnen bestand. Der Unterricht dieser Lerngruppe erfolgte klassisch (Lerngruppe K) anhand einer methodischen Übungsreihe (Dannnemann/Sonnenbichler 1989 und Meyer, Keller, Göllner 1996). Die andere Gruppe (Lerngruppe D), die gemischt aus 10 Schülern und 7 Schülerinnen bestand, sollte alternativ mit Bewegungsdifferenzen provozierenden Übungen konfrontiert werden. Beide Gruppen wurden durch den gleichen Lehrer unterrichtet.

Jeweils acht Schülerinnen und Schüler aus beiden  Gruppen (Lerngruppe K: 8 Schülerinnen, Lerngruppe D: 8 Schüler) erklärten sich dazu bereit, jeweils vor und nach der Trainingsphase einen Eingangs- bzw. Ausgangstest zu absolvieren, bei dem fünf von einer Ballwurfmaschine über das Netz geschlagene Bälle angenommen und auf die Zuspielposition 3 gepasst werden sollten.

Die Qualität der Annahme wurde gemessen, indem auf der Zuspielposition am Netz ein in Kopfhöhe auf Kästen liegende Weichbodenmatte mit einem Raster (Rasterlänge = 0,5 m) versehen wurde (siehe Abb. 1). Konnte der Ball nicht auf die Matte gespielt werden, dann wurde gestuft beurteilt, inwiefern der Ball noch im Angriffsraum, dem Hinterfeld oder im Seitenaus spielbar bzw. unspielbar war. Die Beurteilung erfolgte von einem Untersucher, der auf einer Hebebühne stehend von oben auf die zu zielende Matte schauen konnte, nach folgendem Beurteilungskriterien:  Einem Treffer auf  der Matte wurden 3 Punkte, einem  möglichen Spielen des Balles im Angriffsraum 2 Punkte und einem Spielen des Balles im Hinterfeld ein Punkt zugeordnet. Zur Kontrolle wurden die Matte von der Hebebühne herab mit einer Videokamera gefilmt, um unklare Untersucherbeurteilungen zu klären. Zusätzlich wurden die Bewegungen der SchülerInnen während der Annahme seitlich und frontal aufgezeichnet, um eventuelle qualitative Technikänderungen im Nachhinein überprüfen zu können.

Danach erfolgte eine Trainingsphase von jeweils 2 Doppelstunden wöchentlich über einen Zeitraum von 5 Wochen und ein Ausgangstest, der genauso aufgebaut war wie der oben dargestellte Eingangstest. Am Ende der Trainingsphase  wurden die SchülerInnen  nach ihrer Meinung in Form von zwei  offenen Frage zu den Übungen und ihren persönlichen Leistungsverbesserungen befragt (1.Wie fandest Du die Übungen bzw. die Art des Trainings?; 2. Konntest Du nach dem fünfwöchigen Training bei Dir eine Leistungsverbesserung feststellen?)

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