Einführung des Volleyballspiels in Spielreihen

Richard Dörmer

Differenzierung

Es ist eine Tatsache, dass Mädchen schlechtere Ergebnisse in Ballsportarten erreichen als Jungs. Dies muss in heterogenen Gruppen genauso berücksichtigt werden wie die Tatsache, dass es bei den Jungs gute und schlechte Ballspieler gibt. Es muss also immer damit gerechnet und geplant werden, dass es mehr oder weniger große Leistungsunterschiede gibt.

Um allen Schülern gerecht zu werden und einen individuellen Lernfortschritt zu ermöglichen, muss eine Binnendifferenzierung vorgenommen werden.

Der beste Lernfortschritt ist mit homogenen Gruppen zu erreichen, das heißt, Partner und Gegner sind ungefähr gleich stark. Die Einteilung in diese Gruppen kann als Resultat eines Kaiserspiels erfolgen. In diesen Gruppen werden wenn möglich zuerst die gleichen Inhalte und Aufgaben bearbeitet. Wo der Lernerfolg früher als bei anderen eintritt, werden die Lernbedingungen erschwert bzw. variiert, z.B. in Form größerer Spielfelder, Einschränkungen durch Zusatzregeln oder persönliche Handicaps. Wenn die meisten Schüler das Lernziel erreicht haben, geht die Gesamtheit zur nächsten Stufe.

Verläuft der Fortschritt der ganzen Gruppe nicht so zügig wie der einiger weniger, können diese zeitweise als Hilfen für die schwächeren Schüler eingesetzt werden (Lernziel Sozialkompetenz), um deren Lernzuwachs zu beschleunigen. Da alle Schüler ein Recht auf individuelle Förderung haben, müssen aber auch die leistungsschwächeren Schüler akzeptieren, dass die Besseren unter einander spielen können.

Grundsätzlich sollte aber nur innerhalb der Lehrgänge differenziert werden. Die schwierigeren Stufen, z.B. die Einführung des unteren Zuspiels, sollten von allen Schülern gemeinsam begonnen werden.

Technik-„Entdeckungen“ durch die Schüler können insofern toleriert und auch initiiert werden, als sie der Sammlung von Bewegungserfahrungen dienen, z.B. als Lob, als Schmettern aus dem Stand, sobald jedoch Sprung- und Blockhandlungen häufiger auftauchen, sind diese verletzungsträchtigen Situationen am Netz durch einschränkende Regeln zu entschärfen. Als nächster Unterrichtsschwerpunkt muss dann z.B. eine Stemmschrittschulung und die Blocktechnik eingeführt werden.

Als Endform eines gelungenen Volleyballkurses könnten die Spielformen 2:2 bis 4:4 in unterschiedlichen Spielfeldgrößen nebeneinander stattfinden.

 

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