Einführung des Volleyballspiels in Spielreihen

Richard Dörmer

Die Reihenfolge der Einführung technischer Elemente

An dieser Stelle können keine absolut für alle Gruppen gültige Aussagen getroffen werden, es sollen nur Tendenzen des Vorgehens aufgezeigt werden. Die Grenzen sind fließend, zumal im Rahmen der Differenzierung für bessere Teilgruppen auch mal Neues eingeführt werden soll.

Mit dem Pritschen und seinen Modifikationen (flach, weit, „Sprungpritsch“) und dem Baggern können die Schüler in den Spielformen 2:2 und 3:3 relativ gut spielen. Der Ball wird, um die Annahme nicht übermäßig zu erschweren, bis dahin eingepritscht. Diese Distanz kann für einzelne Spieler bzw. einzelne Gruppen festgelegt werden und soll auch vergrößert werden (Lernziel „weites flaches Pritschen“).

Auf dieser Grundlage kann als nächstes der Lob eingeführt werden, damit verstärkt sich die Abwehrarbeit besonders bei kurzen Bällen und die Dynamik des unteren Zuspiels: die relativ „weichen“ Lobs müssen dann aktiv zugespielt werden. Es wird auch zu beobachten sein, dass der Lob relativ schnell „entdeckt“ wird und sehr früh eine Alternative zu den Pritschtechniken im Angriff darstellt.

Da der Aufschlag schneller und leichter zu erlernen ist als die Annahmetechniken, vor allem das Baggern, darf er nicht zu früh eingeführt werden, sonst werden die bisherigen Erfolge des Aufbaus (pritschen und baggern) zerstört. Es muss immer eine gewisse Balance gewahrt bleiben. Mit der Variation des Abstands des Aufschlagortes zum Netz (von dicht zu allmählich weiter entfernt) kann man dies steuern. Um die Annahmequalität zu erhöhen, müssen im eigenen Feld immer mindestens 2 Ballberührungen stattfinden. Damit darf der erste Ball nicht direkt zurück gespielt werden (kein „Ping-Pong“ mehr!). Mit dem Aufschlag von unten müssen die Schüler auch festere Bälle zuspielen können. Die Vergrößerung der Felder passt die schon beherrschten Techniken den geänderten Bedingungen an. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt dann mehr bei individual- und mannschaftstaktischem Verhalten.

Je nach Häufigkeit und Qualität der gespielten Lobs muss zur Unterstützung und Stabilisierung von Sprunghandlungen eine Stemmschrittschulung durchgeführt werden. Der Block als Abwehrmöglichkeit eines Lobs wäre die nächste Alternative.

Der Aufschlag von oben ist die nächste Spieltechnik, die zur Einführung ansteht. Damit sinken die Leistungen der Annahme z.T. beträchtlich. Die Vorgehensweise, um dies zu verhindern, ist oben beschrieben. Die Finger/Handhaltung ist identisch mit der des Aufschlags von unten. Der Aufschlag sollte vor dem Schmetterschlag aus dem Sprung eingeführt werden, um weitere Bewegungserfahrungen mit Überkopf-Techniken zu sammeln (z.B. Schlag aus dem Stand, „Drive“).

An dieser Stelle muss deutlich gemacht werden, dass das Konzept des „Entdeckenden Lernens„ bei diesen anspruchsvollen Techniken an seine Grenzen stößt. Es müssen viel mehr Übungsformen und spielnahe Situationen in den Unterricht eingebaut werden.

Die Frage, in welcher Klasse das Volleyballspiel eingeführt werden kann, stellt sich bei diesem Konzept nicht, da sehr früh mit dem Grundlehrgang begonnen werden kann und sehr gute Erfahrungen mit E-Jugendlichen (ab 9 bis 10 Jahren) gemacht wurden. Damit kann die Fachkonferenz die Einführung schon in die Orientierungsstufe legen.

 

TOP