Der Weg zum Gold

Lubos Kyncl

Teil 3: Technische und taktische Entwicklungen
 

Der Aufschlag

  • Zunahme des Sprungaufschlag mit 10 bis 15% aller

  • Sprungaufschlag von 2 – 4 Spielern

  • Mehr Taktik beim Sprungaufschlag, härter aufschlagen, Slice links und rechts, abwechselnde Flatteraufschläge mit Spin und ohne Spin

  • Bessere Effektivität im Vergleich zu den Olympischen Spielen 1992

  • Besserer Flatteraufschlag auch aus größerem Abstand.

Der Aufschlag ist mehr und mehr eine wichtige Waffe für das taktische Konzept geworden. Die Risikogrenze wurde stets erhöht und gleichzeitig musste die Präzision zunehmen. Berechne den Zeitaspekt (Reaktionszeit):

  • Von der Grundlinie aus: 1,2 bis 1,5 Sekunden

  • Weit hinter der Grundlinie: 1,5 bis 1,8 Sekunden

  • Sprungaufschlag: 0,5 bis 0,8 Sekunden.

Holland liegt in dieser Hinsicht sehr gut im Vergleich zu internationalen Topteams

Holland:

  • Van der Meulen: 0,5 Sekunden

  • Zwerver: 0,55 Sekunden

  • Van de Goor: 0,75 Sekunden

Italien:

  • Bernardi: 0,5 Sekunden

  • Cantagalli: 0,65 Sekunden

  • Zorzi: 0,7 Sekunden

Dies ist ein Übersicht der Aufschlaggeschwindigkeiten. Berechnet wurde ein Durchschnitt aus 30 Aufschlägen. Der Aufschlag von Van der Meulen ist so schnell, weil der Ball bei ihm mehr Umdrehungen macht. Dann bei allen anderen Spielern. Im Gegensatz zu 32 Umdrehungen macht der Ball bei Van der Meulen 42 Umdrehungen.

Hauptpunkte beim Team

Codierung
Die erste Ziffer zeigt an, von wo der Aufschlagt gemacht wird. Die zweite Ziffer zeigt an, wohin der Aufschlag gehen soll. Beispiel 55: Aufschläge von Position 5 auf Position 5; 61: Aufschlag von Position 6 auf Position 1.

Camouflage
Gesprungene Flatteraufschläge oder Sprungaufschläge versuchen die Vorhersehbarkeit zu vermeiden.

Abwechslung der Aufschlags

  • Team

  • Individuell

Definition des besten Aufschlages
Nach Spieler entscheiden: Welcher Aufschlag ist der erfolgreichste und bei welchem Aufschlag fühle ich mich am sichersten.

Ziele

  • Schaffen von 0 Annahmen (keine Kombinationen oder Mittelangriff möglich). Nicht nur auf direkten Punktgewinn spielen.

  • Verbesserung des Block/Verteidigungsergebnisses. Organisieren von Block und Verteidigung anhand des Aufschlages deines Mitspielers.

Bemerkungen

  • Side-out spielen = Verteidigung, denn Du riskiert dass der Gegner Punkte macht. Alles ist darauf ausgerichtet den Aufschlag zurück zu gewinnen.

  • Aus der Transition = Angriff. Das ist schwieriger, denn jeder hat wohl ein Abwehrkonzept

  • Auf Topniveau entschieden 1 oder zwei Rotation über Sieg und Niederlage. Alle anderen Rotationen halten sich die Waage.

Praxis

  • Angriff auf die Annahmestruktur

  • Erkennen, welcher Spiele bestimmte Bälle gut oder schlecht annimmt; Beispiel: Bei zwei Annahmespielern spiele eine 66

  • Angriff auf die Angriffsstruktur:

  • Erkennen, ob bei bestimmten Aufschlägen (z.B.51 oder 55) bestimmte Angriffsmuster zu erkennen sind

  • Aufschlagen von einer Erhöhung aus

  • Langsam den Tisch oder den Kasten näher an das Spielfeld stellen um die Reaktionszeit zu verkürzen.

  • Kurze Aufschlag Serien, Aufschlag in den Drei Meter Raum

  • In einem kleinen Raum fühle man sich weniger wohl

  • Variables Aufschlagtraining

  • Nie immer die gleichen Aufschläge hintereinander servieren (siehe Randomtraining)

TOP

Die Annahme

  • 2 bis 4 Spieler nehmen an

  • Bei Sprungaufschlägen 3 bis 4 Spieler

  • Spiel den Pass so wie du verteidigst, also zum  Zentrum des Feldes

  • Nach dem Pass bietet sich jeder für einen Angriff an

  • Weniger Präzision: Top-Zuspieler können auch bei schlechteren Pässen das Tempo beibehalten.

  • Die Fehlerquote liegt höher wegen des erhöhten Aufschlagrisikos

  • Weniger Zweier Annahmen

Praxis

  • Einer und Zweier Annahme System weiter trainieren

  • Einschalten der Mittelangreifer in die Annahme

  • Eventuell in eine Vierer Annahme übergehen (bei Aufschlag Giani)

  • Sprung-Flatterangaben mit Zweier Annahme (um Zweifel zu vermeiden)

  • Bei variablem Aufschlag assistiert der Mittelangreifer

  • Verantwortung bei diagonalem Aufschlag von 5 auf 2/3:

  • Der kurze Aufschlag wird vom Spieler auf der Position 5 angenommen

 

Das Zuspiel

Ausnutzen der 9 Meter Netzbreite. Alle Spieler sind  in jeder Situation einsatzbereit.

Entwicklung:

  • Die Länge der Spieler wurde größer

  • Die Anzahl der Sprungaufschläge stieg

  • Das Spiel konnte nicht mehr nur in der Breite gespielt werden, sondern entwickelte sich mit den Hinterspielern auch in der Tiefe.

  • So entstand die so genannte Pipe (siehe Abb.2)

  • Geschwindigkeit auch bei 0 Pässen beibehalten

  • Kombination zwischen Vor und Rückraumangreifern

  • Focus auf Schnellangriffe

  • Peter Blange war in der Lage einen Schnellangriff von zwei Metern Netzentfernung zu spielen. Bei Drei Metern Netzentfernung übernimmt der Rückraumangreifer den Schnellangriff, aber dann ab der Rückraumlinie.

  • Nutze den rechten Teil des Feldes

  • Versetzung des Blocks nach links ist schwieriger. Die meisten Teams sind schlechter organisiert bei einem Angriff aus Position 2 oder 1.

Abb. 2: Pipe

Der Angriff

  • Schnellangriff: Immer Löcher suchen

  • Benutze den Block

  • Geschwindigkeit beibehalten auch bei 0 Pässen

  • immer zur Verfügung stehen

  • Multifunktionalität: Mehrere Geschwindigkeiten spielen können

Löcher suchen (siehe Abb. 3)

  • Offener Block: 4 Löcher

  • 2er Block: 3 Löcher

  • 3er Block: 2 Löcher

Geschwindigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg


 

Abb.3: Blocklöcher

   
Der Block

Auch hier ist der Zeitaspekt wichtig:

  • Bei einem einzelnen Signal, also in Situationen in denen man auf ein einziges Signal reagieren muss, benötigt man 0,2 Sekunden Reaktionszeit (Z.B. Der Startschuss beim Sprint)

  • Bei einem doppelten Signal bei dem man zwei Richtungen folgen kann, benötigt man 0,25 Sekunden Reaktionszeit (z.B. Ball nach links oder nach rechts spielen)

  • Bei mehrfachen Signalen benötigt man bereits 0,3 Sekunden Reaktionszeit (z.B. beim Spielen des Balles nach links, nach rechts, nach vorne oder nach hinten)

  • Meter Fortbewegung kosten 0,8 bis 0,9 Sekunden

  • Die Zeit, die man in der Luft ist bei einem halben Sprung beträgt 0,25 Sekunden

  • Bei einem maximalen Sprung ist man 0,35 Sekunden in der Luft.

Hauptpunkte für das Team

  • Sorge dafür, dass der Mittelblocker ein einfaches Problem bekommt  = weniger Reaktionszeit notwendig (siehe Abbildung 4)

  • Wir machen das Netz höher: Bei einem Standblock sind die Hände schon höher als der Rand des Netzes

  • Das Zentrum darf nicht berührt werden

  • Anbieten der Seitenlinien und Jagen des Balles

  • Shuffle Bewegung seitwärts erlernen. Berührt der Ball die Antenne, wird man doch automatisch Kreuzschritte machen

Entscheidungen treffen

  • Read and React

  • Commit

  • Kommunikation mit der Abwehr

  • Beinarbeit

Abb.4: Block Ausgangspositionen

Ziele

  • Handhabung des Kill-Blocks: Das Ergebnis bleibt gleich

  • Erhöhen des Kontroll-Blocks: Das Ergebnis verbessert sich

  • Zusammenarbeit mit der Abwehr

Beachte, dass die Abwehr ziemlich weit hinten bleibt. Du bietest Ihnen auch ein einfaches Problem an: Sie müssen nur noch nach vorne. Bei langen Blockspielern suchen die Angreifer mehr die Ecken

 

Die Verteidigung

  • Punktabwehr: Es gibt einen Punkt, den du abwehren kannst

  • Flächenabwehr: Du verteidigst in einer Zone

  • Der Körper ist Zentrum der Verteidigung. Je näher du stehst desto höher sind die Arme, ist also die Abwehrhaltung

  • Keine Umkehrmomente

  • Früher fing man vorne an, man shuffelte und musste dann zurück für einen touchierten Ball

  • Erste Aufgabe ist abwehren ... Focus ist gerichtet auf die zweite Aufgabe

  • Feld klein machen. Trau dich die Seitenlinien zu verlassen um danach innen zu verteidigen

  • 5-1 of Schuss.

Hauptaspekte für das Team

  • Feste Positionen

  • Positionen einnehmen in der Zone die am meisten gefährdet ist

  • Position 1 und 5 beginnen bei 4,5 Meter während des gegnerischen Zuspiels: Bei Außenangriff zurückziehen auf 7 Meter

  • Position 6 Anpassung während des Zuspiels bei Einer-Block: Feld kleiner machen.

 

Analysemethoden

Zwei Formulare werden ausgefüllt

1. Scouting was Gegner macht
Wohin servieren sie – wie greifen sie an von den unterschiedlichen Positionen aus

2. Scouting was wir machen
Angriffsverteilung des Zuspielers – Ergebnis nach Komplex 1 (nach Annahme – Angriff) – Ergebnis in Komplex 2 (Nach Block Gegenangriff)

Video Analysen

  • Den Spielern wird gefilterte Information gezeigt

  • Erst werden Trends gesucht: Was kommt am häufigsten vor? Pro Vierergruppe wird die Information für diese eine Gruppe besprochen: 20 Minuten für die Mittelblocker, 20 Minuten für die Außenangreifer, 20 Minuten für die Zuspieler und Diagonalspieler

Computerscouting

  • Für jeden Spieler

  • Für Jede Rotation

Videoscouting

  • Nur das Verhältnis Block – Abwehr

  • Nur Side Outs

  • Nur Slowmotion Aufnahmen

  • Pro Typ Angreifer:

  • Nur Schnellangreifer

  • Nur Außenangreifer

  • Pro Zone wird analysiert:

  • Angriffe hinter dem Zuspieler

  • Angriffe beim Zuspieler

  • Angriffe vor dem Zuspieler

Auf diese Art und Weise wurden gegen Italien 200 Seiten Informationen auf 5 Punkte reduziert:

  1. Außenangreifer: Hart und Longline

  2. Risiko bei Deinem Aufschlag

  3. Aggressives Blockverhalten

  4. Das Feld klein halten

  5. Gewinnen

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