Der Weg zum Gold

Lubos Kyncl

Teil 4: Teambuilding
 

Grundgedanken

„Wie geht man mit Menschen um?“

„Welche Parameter hantiert man?“

1992, zu Anfang, war alles gegen uns aber es war gleichzeitig eine Herausforderung:

  • Der Zweite Platz bei den Olympischen Spielen: Nur die Goldmedaille ist noch besser

  • Ich kam aus der Provinz, nicht aus der Region der großen Städte

Wie konnten wir Leistung zeigen?

Neue Wege
Eine andere Art zu trainieren

Neue Kombinationen
In der Tiefe nicht nur in der Breite (siehe Kapitel Angriff)

Neue Spieler
Auch neue Spieler haben neuen Elan gegeben (Bas v.d.Goor, Guido Görtzen, Richard Schuil, etc.) 

Neue Denkweisen
Alte Spieler fühlten sich sicher in dem Konzept in dem sie damals arbeiteten. Neue Ideen haben einen Teil dieser Sicherheit aufgehoben „Grenzen gibt es zwischen den Ohren“. Vergleiche das mit einem Weltrekord in der Leichtathletik: Jahrelang hält er und ist er einmal gebrochen brechen ihn schnell mehrere Athleten.

 

Welchen Prozess mussten wir durchwandern?

Ziele
Auf lange sicht (noch x Tage bis zum Gold); Auf kurze Sicht (jeden Tag Entscheidungen treffen in Sinne des Goldes)

Grundlagen bis aufs Mark trainieren
Alles simpel halten aber es verdammt gut zu machen

Vertrauen
Immer vollends der Mannschaft zu vertrauen aus ihr die besten Volleyballspieler der Welt zu machen, und die Verantwortung gegenüber den Spielern zu übernehmen

Die Richtung weisen
Das Team immer auf dem richtigen Weg halten

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Grundregeln

Der Coach als Leiter der Kommunikation

  • Sorgt für gemeinschaftliche Sprache und Symbole

  • Bestärkt und Bekräftigt die Fähigkeiten der Spieler

  • Ihm stehen zwei Kommunikationswege zu

  • Gibt den Spielern die Chance sich inmitten der anderen Spieler sicher zu fühlen

  • Stimuliert das Eingehen von Verbindungen zwischen Spielern.

Folgen des Teambuildings

  • Bedürfnis des Spielers = Bedürfnis an Organisation

  • Offene Kommunikation = Identifizierung mit den Zielsetzungen

  • Verhaltensveränderung auf Basis von Vertrauen

  • Sorge tragen für gemeinschaftliche Identität

Teamwork

  • Gesellschaft – Individualität

    • Das Team steht an erster Stelle, aber dennoch muss jeder Spieler anders behandelt werden

  • Kooperation  -  Wettkampf

    • Das Team muss zusammenhalten und doch konkurrieren um einen Stammplatz

  • Gleichheit – Unterschiedlichkeit

    • Unterschiedliche Spieler aus unterschiedlichen Generationen und doch mit der gleichen Identität

     

Ein Team machen

Phasen durchmachen

Jeder Spieler muss auf dem Weg zur Spitze einen weiten Weg ablegen:

  • Orientierung: Wer bin ich (innerhalb der Gruppe)

  • Trust Building: Andere Spieler kenne lernen

  • Goal: Zielsetzungen

Role: Welche Aufgabe

Clarification: Deutlichkeit gibt Sicherheit

  • Commitment: Was werden wir tun

  • Decision making: Was werde ich dabei tun

  • Implementation: Wir werden es tun

  • High Performance: Die Fundamente, die Basis der Pyramide bleiben unberührt

 

Das Programm über das Team - das Team über den Spieler

Top Level

Die vier Phasen des Team Lernens

  • Du weißt nicht, dass Du es nicht weißt

  • Du weißt, dass Du es nicht weißt

  • Du weißt, dass Du es weißt

  • Du weißt nicht, dass Du es weißt

Motivation
Das was du am liebsten/besten machst musst du ein bisschen einbringen

Hingabe
Immer für ein langes Terminziel arbeiten

Teamgeist
Was hast Du dafür übrig, um in einem Team zu sein

Respekt
Suche nach Parallelen bei deinen Mitspielern

Abb.5: Teambuilding

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„DER“ Augenblick

Der absolute Höhepunkt war das Finale am 4. August 1996 in Atlanta- Die Niederlande gewinnen gegen Italien und holen die Goldmedaille.

Blange nach dem Finale über die wesentlichen Augenblicke im fünften Satz:“ Der Körper funktionierte noch aber der Geist nicht mehr“. Das Machen herrschte eindeutig über das Denken was auch beim letzten Ball deutlich wurde: Blange entschied sich beim Stand        von 16-15, nach 14-13 der zweite Matchball für die Niederlande für ein Zuspiel auf Zwerver. Er erklärte nachher dass er nicht einmal mehr wusste, dass sich die Nummer 8 auf dieser Position befand. „Ich war so fertig ich wollte einfach nur noch nach Hause!“

 

Nach Atlanta

Alberda nach den olympischen Spielen:“ Der kleine Fußballer geht aufs Spielfeld um Kluivert oder Makaay nachmachen. Der kleine Volleyballer geht in die Halle um Zwerver, Van de Goor und Blange nachmachen. Es ist uns zum ersten Mal gelungen Stars zu schaffen, mit denen sich junge Spieler identifizieren. Jungs denken: Das kann ich auch. Weil es so einfach aussieht. Der Trick um aus einem einfachen Sport einen großen Sport zu machen, ist die Dynamik des Vorbilds. Es hat eine Entwicklung des Leistungsniveaus stattgefunden weil das Bild von dem was möglich ist zu dir nach Hause ins Wohnzimmer gebracht wird.

Blange in 2003: Die Niederländischen Nationalspieler werden zu sehr in Watte gepackt. Man braucht Spieler mit einer starken Mentalität und Durchsetzungsvermögen. Man darf nicht nur auf Talent setzen.

Blange weiß wie man Spieler härter machen kann: „ Du musst sie über ihrem machbaren spielen lassen. Wenn sie Zweitligaliveau haben, musst Du sie in die Erstliga Mannschaft stecken. Da müssen sie Woche für Woche die Hosen runter lassen, den Dreck wegräumen. Einfach den Mund halten und arbeiten. So bin ich erzogen worden und bis heute profitiere ich davon.

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