Konfliktmanagement

Bernhard Wagner

 

Lasst Euch von dem Thema nicht abschrecken. Mit ein wenig Routine werdet ihr die Chancen erkennen Probleme zu lösen, bevor sie ein Konflikt werden. Jedes Problem ist auch der Samen zu neuer Energie und Verbesserung! Man muss die Chance nur sehen und nutzen.

Vor einem Turnier sollte die Stimmung im Team gut sein. Das ist leider nicht immer möglich, da es zu Konflikten kommt seitdem Menschen aufeinander treffen. Da ist Beachvolleyball keine Ausnahme. Die großen Konflikte erkennt jeder sofort. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort, dass ein Gewitter die Luft reinigt. Das ist auch gut so und manchmal geht an dieser Art einen Konflikt zu bereinigen kein Weg vorbei. Allerdings kommt auch kein Gewitter aus heiterem Himmel. Warum also den Konflikt nicht angehen, wenn man die Entstehung schon frühzeitig sehen kann. Die Gewittertechnik ist nämlich auch ein Energiekiller und die Energie kann man besser für das Spiel und den nächsten Gegner gebrauchen, als für seinen Partner. 

Konflikte können sich vielfältig äußern. Von Scheidungen auf Grund nicht zugedrehter Zahnpastatuben wird immer wieder berichten. Diese „Kleinigkeiten“ können genauso stören wie „große“ Probleme (Partner ist verärgert, das der andere nicht zum Training erschienen ist, ein besonders wichtiges Spiel wird anscheinend nur von einem Spieler verloren). 

Natürlich gibt es auch im Team von Tom und Marvin Konflikte. Da Konflikte aber auch immer viel von den beteiligten Personen erzählen kann ich leider kein echtes Beispiel bringen. Die meisten Sachen haben Tom und Marvin unter sich geklärt. Erst wenn einer von beiden das Problem nicht mehr in der Zweier-Konstellation ansprechen oder lösen konnte kam ich ins Spiel. Es wird also etwas theoretisch, aber doch mit echtem Hintergrund.

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Über schwerwiegende Konflikte sollte man immer mindestens eine Nacht vor der Aussprache schlafen.

  1. Wann: Am einfachsten ist die Klärung von Konflikten, wenn am sich dafür ein Ritual schafft. Das kann z.B. sein, das man alle 14 Tage gemeinsam mit einem Dritten (Trainer o.ä.) über die vergangenen Tage reflektiert und auf die kommenden Wochen schaut. Das ist eine gute Gelegenheit Probleme, Konflikte anzusprechen oder auch erst an dieser Stelle zu bemerken.

  2. Moderator: Die Gesprächsmoderation sollte immer eine Person sein, die mit dem Konflikt nichts zu tun hat. Das kann der Trainer sein. Wenn der Trainer Teil des Konfliktes ist, holt euch noch einen anderen „Moderator“ dazu. Der Moderator muss die ganze Zeit über unparteiisch bleiben. Wenn die Diskussion unsachlich oder verletzend wird hat er als einziger das Recht jederzeit in das Gespräch einzugreifen. Er hat keine eigene Meinung bei dem Konflikt.

  3. Basis: Damit das Konfliktgespräch gelingt, vereinbaren beide Konfliktparteien zuerst ein gemeinsames Minimalziel. In der Regel reicht da die ehrlich gemeinte Aussage von beiden, dass sie jetzt und hier bereit sind eine Veränderung herbeizuführen. Das hört sich an, ist bei schweren Problemen schon oft ein echtes Hindernis. Wenn einer von beiden nicht einer gemeinsamen Basis zustimmt, muss man erst hier weitermachen. Die Konfliktlösung wird solange unterbrochen bist eine gemeinsame Basis da ist.

  4. Übergeordnetes Ziel: Als nächstes sucht ihr gemeinsam ein großes Ziel, eine Vision. Hier kommt es darauf an sich auf diese Vision zu einigen und nicht auf den Weg dahin. Wie ihr dahin kommt ist häufig genau der Konfliktpunkt. Daher erst das Ziel festlegen, der Weg ist hier noch nicht interessant.

  5. Problemlösung: Jetzt habt ihr eine Basis, auf der das Problem besprochen werden kann. Ihr werdet überrascht sein, wie einfach sich nun einige Sachen lösen lassen.

Anmerkung: Wenn ihr euch bei dem Problem immer wieder im Kreis dreht, handelt es sich oft um eine so genannte „eingefahrene Schleife“ in eurem gegenseitigen Verhalten. Hier geht es nicht um das angesprochene Problem, sondern oft nur um ein Missverständnis auf der Verhaltensebene.

Ein Beispiel: Ein Spiel ist an einem kritischen Punkt angekommen. Spieler A nimmt eine Auszeit, um das Spiel zu wenden und sich auf den kommenden Ball zu konzentrieren. Dazu will er mit Spieler B gemeinsam auf der Bank sitzen und sich konzentrieren. Spieler B will sich auch konzentrieren macht das aber lieber alleine. Er läuft lieber an der Linie entlang. Hier kommt es oft dazu, dass A denkt B wollte keine Auszeit ist sogar genervt davon. Das versteht A gar nicht und ist auf einmal selber genervt vom Verhalten von B. Die Auszeit wird ihre Wirkung verlieren.

Habt ihr eine solche Schleife erkannt, habt ihr den Konflikt schon fast erledigt. Manchmal reicht es aus, einfach darüber mal gesprochen zu haben, meisten muss aber einer oder beide sein Verhalten ein wenig korrigieren. Eine mögliche Lösungen bei dem genannten Beispiel wären: A nimmt die Auszeit, nimmt kurz Blickkontakt mit B auf. B beantwortet den Blickkontakt durch ein kurzes Nicken und beide haben sich Verstanden. Hört sich einfach an, muss aber geübt werden. In diesem Fall sollte der Blickkontakt im Training ausprobiert werden und nach der ersten echten Anwendung in der Spielnachbesprechung noch mal Thema sein.

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Aufgaben des Moderators:

  • Bleibe neutral und allen Konfliktparteien wohl gesonnen. Jedes Anliegen ist berechtigt, auch wenn man es nicht auf den ersten Blick erkennt.

  • Versuche die Ursache des Problems zu erfragen. (Wofür ist das gut, dass das Problem gelöst wird, aufgetreten ist?)

  • Probleme zeigen oft nicht ihr wahres Gesicht. Oft gibt es ein wahres Problem hinter dem sichtbaren. Achte darauf.

  • Konflikte sind oft heftig. Der Moderator ist dafür verantwortlich, dass sich beide auf einer guten Art und Weise behandeln. Wenn nicht gehe dazwischen, unterbreche beide (entweder verbal unterbrechen oder wirklich aufstehen und zwischen die Streithähne stellen). Es ist anfangs ungewohnt, aber sehr effektiv.

  • Die Konfliktparteien müssen sich auf die beiden Ziel einigen. Dabei kommt es nicht auf die Wortwahl an, sondern auf die Einigung. Man muss als Moderator nicht alles verstehen.

  • Die Diskussion sollte sich immer zwischen beiden Zielen bewegen. Wenn nicht hinterfrage, ob die Diskussion noch zum Thema gehört.

Wenn Ihr Fragen dazu habt, mailt mir die. Ich beantworte diese auch. Dafür will ich aber auch einen Erfahrungsbericht!

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