Mentaltrainer – was ist das??

Bernhard Wagner

Eine gute Frage. Was macht denn ein Mentaltrainer bei einem Beachteam. Dabei haben doch etliche Beacher noch nicht einmal einen „normalen“ Trainer.

Tom und Marvin habe ich als Co-Trainer in ihrer Zeit in der Bundesliga beim VC Bottrop 90 kennen gelernt. Dabei haben die beiden mich als Volleyballtrainer erlebt und auch mitbekommen wie ich die Ideen des mentalen Trainings nach und nach in das Volleyballgeschehen eingebunden habe. Nachdem die beiden sich entschieden hatten gemeinsam eine Karriere am Strand zu beginnen habe ich ihnen meine Dienste angeboten. Diese Zusammenarbeit besteht seit 1999.

 
Was qualifiziert mich zum Mentaltrainer?

Bis zu dem Zeitpunkt an dem ich mich erstmals Mentaltrainer genannt habe, habe ich zwei Ausbildungen gemacht. Neben meiner NLP-Ausbildung habe ich den klassischen B-Trainer-Schein für Volleyball. Habe in den letzten Jahren viele Mannschaften trainiert und viel über Volleyball gelernt. U.a. durfte ich ein Jahr in der ersten und ein Jahr in der zweiten Liga als Co-Trainer arbeiten.

In der Verknüpfung mit NLP gehe ich nun eigene Wege. In der Literatur gibt es wenig dazu und es ist für mich spannend neue Konzepte und Ideen zu erarbeiten.

Im Wesentlichen geht auch im Sport um Kommunikationsstrukturen. Dabei geht es um Verarbeitung / Strategien im Miteinander von Menschen und im wesentlichen auch um Strategien in dem einzelnen Menschen. Wie lernt man, welche Blockaden gibt es und wie löse ich diese auf. Viele Impulse im NLP liegen in der Arbeit mit den unbewussten Anteilen in einem selber. Also die Sachen bei denen wir uns schon immer gefragt haben, warum wir uns manchmal anders Verhalten als wir es eigentlich geplant haben.

Kleines Beispiel:

In einem Spiel schlage ich als Angreifer immer diagonal. Der Gegner holt alle Bälle. Ich nehme mir nach einiger Zeit vor den nächsten Ball unbedingt longline zu schlagen. Der Ball kommt gut auf meine Position – alles frei – wieder diagonal geschlagen – wieder vom Gegner geholt.

Solche Beispiel gibt es im täglichen Leben viele (schon wieder zu spät beim Training, nicht mit dem Trainer über die Probleme gesprochen, auf einen bestimmten Tonfall mit Aggressionen reagiert, obwohl mein Gegenüber es gar nicht bös’ meinte). Immer dann wenn ich mir vornehme etwas zu tun und doch anders handele arbeitet das Unterbewusstsein für uns. Eigentlich ist das auch gut so. Wenn das Unterbewusstsein das nicht täte, müssten wir uns immer wieder das Gehirn verrenken wenn wir uns mal auf einen Stuhl setzen wollten. Probier das mal aus. Setz dich auf einen Stuhl und versuche jede Bewegung bewusst zu vollziehen. Es ist fast unmöglich. Wie viel schwieriger ist es dann erst sich noch viel komplexere Abläufe (z.B. Sprungaufschlag) bewusst zu machen und zu verändern.

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Was mache ich mit Tom und Marvin konkret?

Eigentlich findet die Arbeit auf drei verschiedenen Ebenen statt. Mit Tom, mit Marvin einzeln und natürlich auch mit dem Team.

Glaubenssätze

In den Einzelgesprächen arbeite ich u.a. mit den beiden an Glaubenssätzen.

Glaubenssätze können Flügel verleihen, aber auch Flügel stutzen. Nicht umsonst heißt es auch: Glauben versetzt Berge. Wenn das Beachteam zum Beispiel glaubt bestimmte Gegner nicht schlagen zu können, wird es ihnen auch nicht gelingen. Mit dem Glauben an ihre Fähigkeiten sind sie ungleich schwieriger zu schlagen. In den Interviews der Beiden könnt ihr immer wieder lesen: „Wir wussten die ganze Zeit, dass wir das Spiel nicht verlieren konnten.“ Und das Spiel wurde auch gewonnen.

Nach den ersten beiden guten Turnieren in diesem Jahr sagten mir beide: „Das kann doch nicht so weitergehen!“ Nach sehr interessanten Gesprächen zu diesem Thema und diesen Glaubenssätzen haben sie nicht nur Sylt ein Masters, sondern auch in Essen viele Spiele gewonnen. (Bisher hatten sie in Essen noch nie ein Spiel außerhalb der Qualifikation gewonnen). Es ging mit der Deutschen Meisterschaft sogar noch weiter als erwartet.

"Paarberatung"

Am häufigsten arbeite ich mit beiden allerdings in der Paarberatung. Nicht, dass sie jetzt heiraten wollten, aber als Beachpaar haben sie auch ihre Paarprobleme. Diese treten besonders hervor, wenn es nicht läuft.

Eine Spieler spielt schlecht und der andere will helfen. Da der „Schlechte“ in seinem Gefühlszustand aber eine Hilfe nicht annehmen kann, lehnt er diese Hilfe ab (Lass mich in Ruhe). Das geht oft gut, führt aber manchmal auch zu Problemen. Besonders wenn der helfende Partner sich durch die Reaktion abgewiesen, nicht ernst genommen fühlt

Zuerst wird wieder eine gemeinsame Basis gefunden auf die sich beide einigen. Eine Minimalvereinbarung wird gefunden. Das ist im Normalfall, dass beiden klar wird, das sie was an der Situation jetzt und hier ändern wollen. Wenn beide die Bereitschaft erklärt haben, damit ein kleinstes gemeinsames Ziel definiert ist geht es weiter.

Danach wird ein großes, übergeordnetes Ziel über die ganze Arbeit gestellt. Es könnte z.B. die Perspektive auf ein Spiel in Timmendorf um die Deutsche Meisterschaft auf dem Center Court sein.

Zwischen dem kleinsten und größtem Ziel eingebetet beginnt nun die Kleinarbeit. Es ist ungemein wichtig wieder die gegenseitige Wertschätzung in den Vordergrund der Beziehung zu bekommen. Schließlich haben sich beide aus guten Gründen für eine Saison zusammengefunden und nicht um sich fertig zu machen.

Mit Hilfe von NLP-Techniken wird bei dem Team dann geprüft, welche Verhaltensweisen zu ungewollten Reaktionen führen. Welche Geste, welche Worte richten immer wieder Schaden an. Vergleichbar mit einer programmierten Schleife. Diese Schleifen werden aufgelöst. An der letzten Stelle der Schleife steht dann nicht mehr „Gehe wieder zum Anfang!“, sondern: „Jetzt weiß ich was er meint“.

Damit verbunden steigt häufig wieder die gegenseitige Wertschätzung. Es wird allen klar, das hinter dem Verhalten ein positiver Wunsch steht. Welcher Beachspieler will schon seinen Partner fertig machen. Die meisten wollen sich gegenseitig helfen, motivieren oder einfach nur wieder aufbauen. Sätze wie: „Komm jetzt hauen wird aber rein“ können dies hervorrufen, sind aber unter Stress auch Quellen des Missverständnis. Sie können auch verstanden werden als: Beweg Dich du fauler Kerl usw.

Es ist das alte bekannte Sender Empfänger Problem. Mit dem Erkennen der Schleifen sind sie auch schon fast behoben. Das schwierige ist es nur die genauen Worte, Gesten zu entdecken. Wenn sie dann entdeckt sind werden Alternativen erarbeitet. Manchmal reicht es aus die Geste leicht zu verändern oder zu lernen bestimmte Sachen nicht mehr zu sehen.

Ziele (hier ein Beispiel)

Um arbeiten zu können braucht man Ziele. Nachdem die Ziele des Beachteams (könnt Ihr auf den Seiten von Tom und Marvin nachlesen) schon nach Sylt erreicht waren, standen die beiden vor einem kleinen Problem. Was sollten sie den Rest der Saison tun? Alles schon geschafft. Selbst die Quali zur DM ist schon in der Tasche. Wie sollten sie sich wieder motivieren weiter zu spielen und zu trainieren. Gemeinsam haben wir neue Ziele erarbeitet und auch festgeschrieben. Wie Ziele aufgebaut sein müssen, damit sie auch erreicht werden können kann man hier lesen.

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Kontakt

Bernhard Wagner (NLP-Master)
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