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Mit eindeutigen Zielen erfolgreich sein
Bernhard Wagner
Das große
Ziel
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Um besser zu werden, um Erfolge zu feiern, muss man
Ziele haben. Manche hat man einfach so, einige nimmt man sich vor.
Warum gelingt es aber einigen ihre Ziele zu erreichen und anderen
nicht? Damit das Beachteam (Tom Hikel und Marvin Polte
www.beachteam.de) seine Ziele möglichst erreicht, halten wir bei
der Erarbeitung der Ziele einige Regeln ein. Diese will ich Euch hier
vorstellen. Durch die viele Arbeit an den Zielen haben wir noch mehr
zusätzlichen Nutzen bekommen. Die Ziele bieten Perspektiven, dienen
den Spielern untereinander als Orientierungspunkte zur gemeinsamen
Absprache und nebenbei stellen sie den Focus im Team auf eine positive
Richtung ein. |
Ein Beispiel aus der Arbeit mit dem Beachteam. Vor
dem Turnier in Essen 2002 haben wir zusammen gesessen und das Ziel
definiert. Das hat seine Zeit gedauert und es sind dann drei Ziele
geworden. Eins für Tom, eins für Marvin und eins für das Beachteam. Ein
Ziel war der Gewinn eines Masterturniers.
Nach dem Sieg in Sylt war das Ziel erreicht. Und nun?
Völlig ziellos wollten wir die kommenden Turniere nicht weiterspielen.
Also haben wir uns wieder zusammengesetzt und neue Ziele erarbeitet.
Wieder eins für Marvin, eins für Tom und ein gemeinsames für das Beachteam.
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Jetzt reicht es aber nicht, sich einfach ein Ziel
zu setzen. Wie oft habt ihr Euch schon ein Ziel gesetzt und das nicht
erreicht, oder einfach aus den Augen verloren. Da war doch was zu
Beginn der Saison. Was war das noch mal? Warum sind Ziele so wichtig?
Ich versuche das mal auf einen ganz kleinen Nenner zu bringen. Wenn
man ein Ziel vor Augen hat, kann jede Faser des Körpers daran
arbeiten. Dafür muss jede Faser das Ziel aber auch kennen.
Überraschenderweise arbeiten die Fasern des Körpers (oder auch
Unterbewusstsein) kontinuierlich an dem Ziel auch wenn man mal nicht
daran denkt. Das Ziel muss aber klar sein. Was heißt das? Wann ist ein
Ziel klar und wann nicht? Unten habe ich die verschiedenen Faktoren
für das bessere Erreichen von Zielen aufgeführt. Es sind nur 5 Punkte,
die es zu beachten gibt. Haltet ihr die ein, habt ihr mehr Chancen auf
Erfolg.
In der Entwicklung eines Zieles muss man
unterscheiden zwischen Visionen, Träumen, Ideen und Gedanken. Es ist
wichtig Träume zu haben. Wer träumt nicht mal davon der Beste zu sein.
Wie macht man aber aus einem Traum ein realistisches Ziel? |
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TOP
Das erste Beispiel
In Anlehnung an Arbeit mit Sportlern habe ich
beispielhaft eine Wunschvorstellung genommen und gezeigt wie sich diese zu
einem Ziel entwickelt.
Kriterien,
die Ziele erreichbar machen Zu Beginn steht der
Wunsch:
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„Wir wollen nicht wieder so
schlecht spielen, wie in der letzten Saison und immer von der
Mannschaft X geschlagen werden.“ |
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| Das hört sich erst mal ganz gut an. Also ran an die
Arbeit und viel trainieren damit es besser wird. Jetzt werden ich den
Wunsch durch meine 5 Filter geben und mal sehen was unten dabei rauskommt.
In echten Gesprächen dauert es seine Zeit. Es hört sich hier einfacher an
als es ist. Macht aber nichts, auch hier macht Übung den Meister. |
| Die ersten Zielfindungen
mit dem Beachteam: dauerten lange.
Mittlerweile hat sich bei den beiden die Idee und die
Vorgehensweise so verinnerlicht, dass wir nur noch wenig Zeit
brauchen, die Ziele zu erarbeiten. |
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1. Ein Ziel muss Positiv formuliert sein: ohne
direkte oder indirekte Verneinung
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Wir wollen besser spielen, als
in der letzten Saison und immer gegen Mannschaft X gewinnen! |
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Die Worte „nicht“ und „geschlagen werden“ sind
Verneinungen, bzw. eine Negation der Spielweise. Wer will schon verlieren.
Das ist keine positive Formulierung! Also neue Formulierung:
2. Ein Ziel muss potentiell selbst erreichbar
sein: durch eigenes Tun und Handeln
Immer gegen Mannschaft X gewinnen ist nur bedingt
selbst erreichbar. Die anderen trainieren auch. Die Frage ist also was ihr
tun könnt um besser gegen die anderen abzuschneiden.
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Wir wollen besser spielen, als
in der letzten Saison und besonders unser Sideout verbessern, um gegen
Mannschaft X zu gewinnen! |
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3. In kurzer Zeit erreichbar: ggf. Nahziel(e)
finden (Welche Zwischen-Ziele sind nötig?)
Natürlich kann man nicht von heute auf morgen seine
Technik so verbessern, dass man gegen alle gewinnt. Also hilft es, das zu
unterteilen.
TOP |
Wir wollen besser spielen, als
in der letzten Saison und besonders unser Sideout verbessern, um gegen
Mannschaft X zu gewinnen! Dabei wollen wir den Gegner X beim ersten
Turnier ärgern, ab Mitte Juni in einen Entscheidungssatz zwingen und
spätestens im letzten Spiel gegen X gewinnen |
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4. Konkret formuliert ohne Vergleiche: Was, wann,
wo, wie, mit wem genau?
Der zweite Teil ist aus dem Blickwinkel schon gut
formuliert. Im ersten Teil ist es noch ein wenig schwierig. Was heißt denn
besser (unkonkret) als in der letzten Saison (Vergleich) genau? Was genau
ist besser und welcher Zeitpunkt in der letzten Saison ist gemeint? Was
hat den nicht geklappt oder war wirklich alles schlecht?
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Wir wollen uns in der kommenden
Saison gründlich auf jedes Spiel vorbereiten (wenn möglich wird vor
dem letzten Training über den Gegner gesprochen und die Taktik
trainiert, wir reisen früher an (mindestens eine Stunde vor
Spielbeginn ausgeruht umgezogen am Feld), schon beim Aufwärmen sind
wir auf das Spiel konzentriert (d.h. konkret: gemeinsames
Aufwärmprogramm und beim Dehnen noch mal über Gegner und Taktik
reden)) und wir wollen besonders unser Sideout verbessern, um gegen
Mannschaft X zu gewinnen! Dabei wollen wir den Gegner X beim ersten
Turnier ärgern, ab Mitte Juni in einen Entscheidungssatz zwingen und
spätestens im letzten Spiel gegen X gewinnen. |
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5. Mit eindeutiger Zielerkennung; Woran ist zu
erkennen, dass das Ziel erreicht wurde?
Zur Zielerkennung kann bei einem solchen Ziel gut die
Mannschaftsbesprechung dienen.
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Wir wollen uns in der kommenden
Saison gründlich auf jedes Spiel vorbereiten (wenn möglich wird vor
dem letzten Training über den Gegner gesprochen und die Taktik
trainiert, wir reisen früher an (mindestens eine Stunde vor
Spielbeginn ausgeruht und umgezogen am Feld), schon beim Aufwärmen
sind wir auf das Spiel konzentriert (d.h. konkret: gemeinsames
Aufwärmprogramm und beim Dehnen noch mal über Gegner und Taktik
reden)) und wir wollen besonders unser Sideout verbessern, um gegen
Mannschaft X zu gewinnen! Dabei wollen wir den Gegner X beim ersten
Turnier ärgern, ab Mitte Juni in einen Entscheidungssatz zwingen und
spätestens im letzten Spiel gegen X gewinnen. Einmal im Monat nehmen
wir uns die Zeit gemeinsam zu überlegen, ob wir unsere Ziel schon
erreicht haben. |
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| Wie ihr seht erlebt das Ziel während des ganzen
Gesprächs eine Metamorphose. Manchmal ist von der ersten Formulierung
nichts mehr im später formulierten Ziel enthalten. Das klinkt erst mal
komisch, in Wahrheit habt ihr aber gerade dann das Ziel wirklich
erkannt und formuliert. Jetzt könnt ihr es erreichen. Wobei das obige
Ziel schon fast zu groß ist. Besser wäre es drei Ziele daraus zu
machen. |
Vom Beachteam vereinbarte
und auch erreichte Ziele 2002:
- Gewinn eines Master (gelungen in Sylt)
- Beim Masters in Essen mind. ein Spiel
gewinnen (es wurde sogar Platz 4)
- Bei einem weiteren Master mit Beteiligung
der Nationalteams ins Finale kommen (gelungen in Timmendorf)
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TOP
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Zusatzgedanken die Helfen Ziele zu erreichen:
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Welche Vorteile hast Du, wenn das Ziel nicht
erreicht wird (evt. Ausnahmen definieren)
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Welche Nachteile hast Du, wenn das Ziel
erreicht wird (Was war vorher besser?)
Die Fragen hören sich zwar gleich an, führen aber
überraschender weise häufig zu andere Antworten.
Und: Es gelten nur Ziele, die gut für Dich sind!!
Das ist ganz wichtig. Es nützt nichts sich ungesunde oder Ziele bei
denen ihr ein schlechtes Gefühl habt zu stecken!! |
Das Zweite Beispiel
Mit anderen Sätzen will ich noch einmal die einzelnen
Punkte verdeutlichen.
Ein Ziel muss .... sein.
1. Positiv formuliert: ohne direkte oder indirekte
Verneinung
2. Potentiell selbst erreichbar: durch eigenes Tun
und Handeln
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Nicht: Wenn Team x und
Team Y schlecht sind könnten sie gegen uns verlieren
-
Sondern: Wenn wir im Spiel
gegen X oder Y eine Chance spüren, werden wir sie nutzen
3. In kurzer Zeit erreichbar: ggf. Nahziel(e)
finden (Welche Zwischen-Ziele sind nötig?)
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Nicht: Innerhalb der
nächsten beiden Saisons wollen wir uns auf Rang 2 verbessern
-
Sondern: Nach der ersten
Hälfte der kommenden Saison soll Platz 7, nach der Saison Platz 5 in der
Rangliste vor dem Namen stehen. In der nächsten Saison Platz 4 in der
ersten Hälfte und am Ende wollen wir mindestens zweiter sein.
4. Konkret formuliert ohne Vergleiche: Was, wann,
wo, wie, mit wem genau?
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Nicht: Der Jonas hat einen
Hammeraufschlag. Das will ich auch mal können.
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Sondern: Zuerst möchte ich
beim Beachvolleyball lernen, einen Sprungaufschlag platziert ins
gegnerische Feld zu bringen.
(Trotzdem sind natürlich Vorbilder gut zu gebrauchen
und können nützlich sein. Schwierig wird es spätestens dann, wenn man
gegen sie spielt oder man nicht genau weiß, was am Vorbild vorbildlich
ist.)
5. Mit eindeutiger Zielerkennung; Woran ist zu
erkennen, dass das Ziel erreicht wurde?
-
Nicht: Ich will mal
irgendwann vor vielen Leuten spielen
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Sondern: Wenn ich in
Timmendorf ein Spiel auf dem Centercourt gespielt habe, mache ich
anschließend ein Fass auf. (Oder vielleicht doch besser erst nach dem
Turnier :-))
TOP
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Und jetzt?? – Der Fahrplan für euer „Beachteam“:
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Nehmt Euch Zeit für die Zielfindung (Das ist
zwar eine zusätzliche Trainingseinheit, aber die lohnt sich auch)
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Einer (A) fängt an und definiert sein
persönliches Ziel. Der Partner (B) hilft mit den Kriterien daraus
ein „erreichbares“ Ziel zu gestalten. Achtung: A entscheidet über
sein Ziel. B hilft nur und unterstützt. Manchmal ist eine
Formulierung für den einen klar und für den anderen unsauber! (Beim
ersten Mal dauert es noch länger, wenn man es ein wenig geübt hat,
geht es schneller.)
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Jetzt ist B an der Reihe und A hilft.
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Etwas schwieriger ist es mit dem gemeinsamen Ziel.
Aber auch das geht immer einfacher, je häufiger ihr es ausprobiert habt.
Zu Beginn ist ein einfaches Ziel erst mal gut. Später könnt ihr euch
auch dabei steigern. Hier gilt es zuerst ein gemeinsames Ziel zu finden.
Sucht euch ein Ziel, das ihr als Mannschaft erreichen wollt. Dabei müsst
ihr euch wirklich einig sein. Mit Verstand und Gefühl.
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Macht schriftliche Verträge miteinander. A schreibt
B sein Ziel auf und verpflichtet sich daran zu arbeiten. Im Gegenzug
bietet B seine Unterstützung an.
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Das ganze natürlich auch umgekehrt und
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auch noch einen gemeinsamen Vertrag. (Neben
Vereinbarungen für schlechte Arbeit oder die Nicht-Erreichung des Ziels
könnt Ihr natürlich auch Belohnungen vereinbaren. Wer sein Ziel
erreicht, bekommt vom Partner ein Eis ausgegeben, oder welches Team im
Verein als sein Ziel erreicht, bekommt einen Beachball....)
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Ist das Ziel erreicht, erarbeitet Euch ein neues.
Nichts ist schlimmer als erst mit Ziel und dann ohne zu spielen.
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Der letzte und wichtigste Schritt ist: Nicht nur
lesen – machen!
Noch ein Tipp für Trainer für Hallenmannschaften. Man
kann in einer Einheit in kleinen Gruppen die persönlichen Ziele innerhalb
der Mannschaft erarbeiten. Am besten sind dann Gruppen mit drei Personen.
Die kleine Gruppe unterstützt sich dabei gegenseitig an den Zielen zu
arbeiten. Dadurch wird nebenbei eine Menge an Verantwortung zum Training
und zur Verbesserung der Spieler an die Spieler abgegeben. Eine sehr
mannschaftsdienliche Vorgehensweise und auch sehr entlastend für den
Trainer. Die persönlichen Ziele schreibt jeder auf und gibt sie in einem
verschlossenen Umschlag an den Trainer. Nach der Saison erhält jeder
Spieler seine Unterlagen wieder und kann dann ablesen ob er seine Ziele
erreicht hat oder nicht.
Wenn Ihr Fragen dazu habt, mailt mir die. Ich
beantworte diese auch. Dafür will ich aber auch einen Erfahrungsbericht!
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