Siegertypen im Sport (1)

- erste Ergebnisse einer Untersuchung zur sportpsychologischen Profilanalyse 

von Ulf Schmidt & Erik Schleiffenbaum

 

Einleitung      Überblick / Inhalt

Einleitung

Wissen über Anforderungen im Sport ist von immenser Bedeutung. Es ist einerseits die Grundlage einer frühzeitigen Identifizierung von Talenten, die es bei geeigneter Förderung zu Sportlern von internationalem Format bringen können. Differenziertes Wissen über Anforderungen ist aber auch gefragt, wenn Training über reines Athletik-, Technik- und Taktiktraining hinaus geplant werden soll. Die meisten Anforderungen allerdings, die Sportarten an Sportler stellen, sind spezieller Natur und liegen weniger offen zu Tage. Dies gilt im besonderen für psychische Anforderungen.

Während die technisch-taktischen Anforderungen im Beach- und Hallenvolleyball (vgl. Hömberg/Papageorgiou 1994; Papageorgiou/Spitzley 1994) schon recht intensiv untersucht worden sind, ist über psychische Anforderungen im Volleyball wie auch in anderen Sportarten noch wenig bekannt (zsf. Régnier/ Salmela/Russell 1993), obwohl diese von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind und entsprechende Studien sowohl von Trainern als auch Wissenschaftlern schon mehrfach angemahnt wurden (vgl. Nitsch 1999; Rieder 1999). 

Ein Grund für diese Forschungslücke könnte darin liegen, dass bereits für die Bestimmung im Spitzensport entscheidender psychischer Eigenschaften die geeigneten Instrumente fehlen. Diese Untersuchung soll diese Lücke schließen. Es wird hierbei von fünf unterschiedlichen Ansätzen bei der Verfahrensentwicklung und -anwendung ausgegangen. Die Untersuchung gliedert sich in mehrere Phasen:

  1. Zunächst wurde eine umfassende Literaturrecherche zu psychischen Leistungsdeterminanten im Spitzensport durchgeführt. 

  2. In einem nächsten Schritt wurden Sportler unterschiedlicher Leistungsklassen und verschiedener Sportarten mit einem auf der Grundlage des handlungstheoretischen Ansatzes entwickelten qualitativen Siegertypenfragebogen-Sport (STF-Sport) (Schmidt in Vorbereitung) in einer offenen Beantwortungsform nach einer möglichen Differenzierung von Sieger- und Wettkampftyp sowie Siegermentalität befragt. 

  3. Ausgehend von den Ergebnissen aus dieser Phase sollte anschließend überprüft werden, ob Volleyballtrainer und -spieler sich hinsichtlich der Einschätzung relevanter psychischer Leistungsdeterminanten in ihrer Sportart unterscheiden. 

  4. Abschließend wird in diesem langfristig ausgerichteten Forschungsvorhabens die sich aus den qualitativen Studien heraus entwickelte und schon in ersten Voruntersuchungen bewährte quantitative sportpsychologische Eigenschaftsliste (SPEL) beschrieben. 

  5. Ein Ausblick auf mögliche Anwendungsfelder beendet diesen Beitrag.

TOP