Taping Compact:

Grundregeln
    für das Tapen

Die 5 „A“ beim Tapen

1. Abmessen
2. Ansetzen
3. Abreißen
4. Anlegen
5. Anmodellieren

Das Tape immer in dieser Reihenfolge anlegen:

1. Abmessen
Tape in der Länge, die etwa der geplanten Tour entspricht, von der Rolle abziehen. Dabei die Tape-Rolle locker in die Hand nehmen. Nicht mit dem Daumen auf die Rolle drücken.

2. Ansetzen
Tape zum Verarbeiten gespannt halten. Geeigneten Ansatzpunkt aussuchen, z. B. für einen U-Zügel am Sprunggelenk die plantare Seite der Ferse. Am Körper die benötigte exakte Länge feststellen.

3. Abreißen
Tape nicht direkt am Verband abreißen, sondern vor dem Anlegen.

4. Anlegen
Tape entsprechend der geplanten Tour anlegen. Dabei keinesfalls eine nicht physiologische Verlaufsrichtung erzwingen.

5. Anmodellieren
Durch leichten Druck das Tape anmodellieren. So wird der innige Kontakt mit der Haut bzw. der darunter liegenden Tour und damit eine gute Verklebung sowie der sichere Sitz des Verbandes erreicht.

Beim Anlegen jedes Tapeverbandes müssen einige wichtige Punkte in zeitlicher Abfolge beachtet werden.

Diagnose
Die exakte, klare Diagnose durch den Arzt ist die selbstverständliche Grundvoraussetzung für einen Tapeverband. Nur durch die eindeutige Feststellung der Funktionsstörung kann die Basis für einen Funktionellen Verband gelegt werden.

Bei unklarer Diagnose niemals Tapen!

Weil bei prophylaktischen Verbänden eine gefährdete, aber nicht gestörte Struktur geschützt werden soll, ist hier eine Diagnose nicht erforderlich; der Verband wird funktionsgerecht angelegt.

Indikation, Behandlungsziel
Eine klare und eindeutige Bestimmung des Behandlungszieles folgt der Diagnose und legt die Art des Verbandes sowie die Auswahl des Materials fest.

Lagerung
Es sollte immer die bestmögliche Lagerung für Patient und Therapeut angestrebt werden, so dass der Patient nicht unnötig belastet wird und der Therapeut frei arbeiten kann.

Material
Das Material muss in entsprechender Qualität und Menge in Griffweite vorbereitet sein.

Hautbehandlung
Die Haut muss auf die Belastung durch den Verband entsprechend vorbereitet und ggf. geschützt werden.

Gelenkposition bestimmen
Bestimmung und evtl. Korrektur der Gelenkposition, abgestimmt auf den schmerzfreien Bereich und der Schmerzsituation, erfolgen vor dem Anlegen des Verbandes. Dadurch ergibt sich auch die Position der verletzten und unverletzten Strukturen (Muskeln, Sehnen, Bänder). Be- und Entlastung sind zu beachten. Ausgangsbasis ist die Null- bzw. Funkionsstellung der Gelenke. Diese sind individuell unterschiedlich und können bei Sportlern erheblich von den „Normwerten“ abweichen. Prophylaktische Verbände orientieren sich an der zu erwartenden Belastung.

Fixierung der Gelenkposition
Die Gelenkposition wird für jeden Verband, abgestimmt auf die jeweilige Situation, neu eingestellt. Der Patient hält die vorgegebene Gelenkposition aktiv, ggf. kann passiv unterstützt werden. Während des Anlegevorganges darf die Position nicht geändert werden. Ausnahmen sind Verbände, die in Entlastung begonnen und in Belastung beendet werden.

Schnelles, exaktes Anlegen
Nicht nur funktionelle, sondern auch optisch ästhetische Aspekte sollten beim Anlegen des Verbandes berücksichtigt werden. Jeder Verband ist für den Patienten wie ein Kleidungsstück und für den Therapeuten als Visitenkarte anzusehen.

Prüfung des Verbandes
Jeder Verband muss nach dem Anlegen unter aktiver Belastung, z.B. durch Gehen, auf seine Festigkeit und Funktion hin überprüft werden. Dabei steht die schmerzfreie Belastungsebene im Vordergrund.

Information
Der Patient muss über Zweck des Verbandes, Belastbarkeit, Pflege und mögliche Komplikationen aufgeklärt werden.

Kontrolle
Für länger liegende Verbände kann eine Kontrolle nach einigen Tagen erforderlich sein.

Schonendes Abnehmen
Jedes Abnehmen eines Verbandes belastet die Haut mehr oder weniger stark, der Verband sollte deshalb so schonend wie möglich abgenommen, bzw. gewechselt werden. Bei extrem sensiblen Patienten kann der Verband ggf. mit Benzin aufgeweicht werden, die Reste der Klebemasse lassen sich leicht mit Benzin entfernen.