John Woodens Prinzipien

von Günter Steppich (URL: bb-coach)

John Wooden ist ein echtes Denkmal unter den amerikanischen Basketball Coaches. Er war Headcoach bei UCLA von 1948-75 und gewann dort in seinen letzten 12 Jahren 10 NCAA-Meisterschaften, darunter 7 in Folge. Von 1971-74 ging er 88 mal in Folge als Sieger aus der Halle. In seinem Buch "Practical Modern Basketball" (1966) beschreibt er die aus seiner Sicht wichtigsten Prinzipien für Team-Coaches, die damals wie heute ihre Gültigkeit haben.

Die fünf grundlegenden Prinzipien

Es gibt viele wichtige Prinzipien, die zu beachten sind, wenn man versucht, ein Team zu trainieren und es zu einer perfekt funktionierende Einheit zu formen. Trotz der Schwierigkeit, daraus die wichtigsten auszuwählen, habe ich von fünf Dinge zu den Eckpfeilern und dem Kern meiner Erfolgspyramide gemacht, einer mythischen Struktur dir mir helfen sollte, mir über meine Basketballphilosophie klar zu werden.

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1. Fleiß: Es gibt keinen Ersatz für Arbeit. Der Coach und seine Spieler müssen hart arbeiten, da alle lohnenden Ziele nur durch sorgfältige Planung und harte Arbeit zu erreichen sind. Perfektion kann nie erreicht werden, aber sie muss das Ziel sein auf das man zielstrebig hinarbeitet. Man kann niemals sein Ziel erreichen, indem man nach einer Abkürzung oder einen einfachen Weg sucht.

2. Begeisterung: Coach und Spieler müssen basketballbegeistert sein. Wenn nicht, sollten sie sich eine andere Beschäftigung suchen. Begeisterung färbt auf jeden ab, der mit ihr in Berührung kommt, und Enthusiasten tendieren dazu, andere mitzureißen. Du musst mit dem Herzen bei der Arbeit sein, wenn Du erfolgreich sein willst, da es dich begierig macht, Neues zu lernen und dich zu verbessern.

3. Kondition - geistig, moralisch und physisch: Der mentale und moralische Zustand deiner Spieler ist von äußerster Wichtigkeit, weil er die physische Kondition bestimmt, wenn die Spieler fleißig und begeistert sind. Ein Spieler, der nicht geistig und moralisch verlässlich ist, wird nie in körperlicher Topform sein, weil er zerstört statt aufbaut.

Das vom Coach gesetzte geistige und moralische Beispiel kann einen starken Einfluss auf den Typ von Spieler haben, den er formt, und von noch größerer Wichtigkeit für den Charakter der jungen Leute, die später seine Obhut verlassen und damit beginnen, andere zu führen.

4. Die Grundlagen - Fundamentals: Der Trainer muss seine Spieler sorgfältig mit den Grundlagen des Spiels vertraut machen, und die Fähigkeit vermitteln, diese im Spiels richtig anzuwenden. Sie müssen lernen, schnell und richtig zu reagieren, ohne zu zögern und über ihre Entscheidungen nachdenken zu müssen. Es ist eine Binsenweisheit im Basketball, dass derjenige, der zögert, verliert. Die ganze Grundlage für solides Spiel ist die schnelle Ausführung der Grundtechniken. Eine exzellente Ausführung der Grundlagen kann möglicherweise eine schlechte Spieltaktik kompensieren, aber auch das beste System kann mangelhafte Beherrschung der Grundlagen nicht ausgleichen. Der Trainer muss sicher gehen, dass er sich nie erlaubt, einem komplizierten Spielsystem so viel Zeit zu widmen, dass er sie vom Training der Grundlagen "stehlen" muss.

5. Entwicklung von Teamgeist: Der Trainer muss all seine psychologischen Fähigkeiten und Möglichkeiten darauf verwenden, einen guten Teamgeist in seiner Mannschaft zu entwickeln. Teamwork und Uneigennützigkeit müssen bei jeder Gelegenheit ermutigt werden, und jeder Spieler muss darauf begierig, nicht nur bereit sein, seinen persönlichen Ruhm für das Wohl des Teams zu opfern. Egoismus, Neid, Ichbezogenheit und gegenseitige Kritik können den Teamgeist zerstören und das Potential jedes Teams ruinieren. Der Trainer muss sich darüber im Klaren sein und ständig aufmerksam sein, um solche Entwicklungen dadurch zu verhindern, dass er sie schon an der Wurzel packt, bevor sich Probleme entwickeln.

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Weitere wichtige Prinzipien

1 . Basketball ist eine Spiel der Gewohnheiten, und es braucht Zeit und Geduld, um korrekte Gewohnheiten zu entwickeln und schlechte abzustellen. Einer der größten Fehler der meisten unerfahrenen Trainer ist wahrscheinlich der Mangel an Geduld. Versuche die Spieler davon zu überzeugen, dass sie nie nachlässig im Training werden dürfen, weil sie genau so spielen werden, wie sie trainieren. Ständige Konzentration auf das Ziel ist ein Muss.

2 . Der Trainer und die Spieler dürfen nie selbstzufrieden werden, sondern konstant daran arbeiten, besser zu werden. Setze dir Perfektion zum Ziel, obwohl sie nie erreicht werden kann.

3 . Denke daran, dass es ist so wichtig ist, wie viel du tust, sondern viel mehr wie gut du es machst. Darum ist es besser, einige Dinge richtig gut zu trainieren, als zu viele verschiedene, von denen dann nichts richtig beherrscht wird. Mute deinen Spielern nicht zu viel zu.

4 . Nimm die Spieler nicht so sehr an die kurze Leine, dass Sie ihre Eigeninitiative verlieren. Sie müssen eine gewisse Entscheidungsfreiheit haben, aber müssen auch auf die Aktion eines Mitspielers richtig reagieren können, um die Raumaufteilung zu behalten.

5 . Versuche, eine ausgeglichene Offense zu entwerfen, die für jede Spielerposition eine gleiche Anzahl von Wurfmöglichkeiten liefert, aber verwirre die Spieler nicht dadurch, dass du es in dem Bestreben, dein ganzes Wissen einzubringen, zu kompliziert machst.

6 . Übersehe die kleinen Details nicht, denn es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen können. Vollkommenheit in einigen geringfügigen Details ist oft der einzige Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern.

7 . Du musst dich darauf vorbereiten zu gewinnen, um ein Gewinner zu sein, und Du kannst andere nicht vorbereiten, ohne selbst vorbereitet zu sein. Selbstvertrauen kommt davon, vorbereitet und in guter Verfassung zu sein.

8 . Überzeuge deine Spieler davon, dass Kondition oft der entscheidende Faktor bei zwei ähnlich starken und gut vorbereiteten Teams ist. Jedoch müssen sie, wenn sie ihre bessere Kondition auszunutzen wollen, schon früh im Spiel Druck auf den Gegner ausüben, damit sie sich am Ende bezahlt macht. Grundlagen, Geduld und Selbstvertrauen verlassen dich in dem Maß, wie die Ermüdung zunimmt, so sorge dafür, dass deine Gegner müde werden, bevor Du es wirst.

9 . Benutze einen positiven Ansatz um Stolz auf dein eigenes Spiel zu entwickeln, sowohl defensiv als auch offensiv. Bereite dich auf deine Gegner vor, aber mache dir nie Sorgen wegen ihnen. Lasse sie sich deinetwegen sorgen.

10 . Lege größten Wert auf das Spiel ohne Ball im Angriff und auf die Verteidigung gegen einen Angreifer ohne Ball.

11 . Vergiss nicht, deine Playmaker und Verteidigungsspezialisten bei jeder Gelegenheit öffentlich zu hervorzuheben. Die Korbschützen bekommen ohnehin genug Beifall um ihr Ego zu stärken, aber die anderen dürfen dabei nicht vergessen werden.

12 . Der Trainer sollte das Kritisieren übernehmen, und es sollte immer konstruktiv sein. Erlauben Sie keinem Spieler, einen Mitspieler auf irgendeine Weise zu kritisieren, aufzuziehen oder zu verspotten.

13 . Bestehe darauf, dass der Korbschütze sich immer bei dem Mitspieler, dessen Pass zu seinem Korb führte, bedankt und das alle ihrem Mitspieler Beifall spenden, der gerade eine gute Aktion ausgeführt hat.

14 . Analysiere ständig dich und deine Spieler und lasse dich vom Ergebnis dieser Analyse leiten.

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