Propriozeptives Techniktraining

- Auszüge aus einer Arbeit im Rahmen der A-Trainer-Ausbildung -

Jörn Riemenschneider

 

Einleitung


Das propriozeptive Training hat sich in der Physiotherapie, zur Behandlung von Fehlhaltungen, Bewegungseinschränkungen und schmerzhaften Haltungsschwächen, etabliert. Dort wird versucht, durch einen verstärkten und geeigneten propriozeptiven Input ein physiologisches Kräftegleichgewicht zwischen den einzelnen Gliedern des Bewegungsapparates wieder herzustellen. Durch dieses propriozeptives oder sensomotorisches Training erhöhen sich die Wahrnehmung der Stellung der einzelnen Körpersegmente zueinander und das Bewegungsgefühl.

Diese beiden Komponenten sind auch für eine gezielte sportliche Bewegungsausführung unabdingbar.
Die Idee des proriozeptiven Techniktrainings ist es, die sportliche Technik mit Hilfe eines erhöhten propriozeptiven Input zu stabilisieren und zu vervollkommnen.

Daher schlägt der Autor ein Übungssystem vor, bei dem die Grundtechniken des Volleyballs unter propriozeptiven Bedingungen im Sinne eines technischen Ergänzungstrainings geschult werden.

 

Propriozeptives Training

Wie weiter oben schon ausführlich beschrieben versteht man unter Propriozeption die innere Wahrnehmung der Gliederstellung und der Muskelspannung mit Hilfe von Propriozeptoren.

Dementsprechend zielt man mit einem propriozeptiven Training auf eine Verbesserung der Tiefenwahrnehmung ab. Der Sportler oder aber auch der Patienten soll für die Lage seines Körpers im Raum und seiner Glieder zueinander sensibilisiert werden.

Ein gesunder Körper befindet sich in einer stabilen Homöostase. In Bezug auf den Bewegungsapparat bedeutet dies, dass alle Komponenten (Muskeln, Sehnen, Gelenke etc.) in einem dynamischen, aber stabilen physiologischen Kräfteverhältnis zu einander stehen.

Wird dieses Gleichgewicht durch eine Kräfteverschiebung oder andere Einflüsse gestört, kann es zu Schmerzzuständen, Fehlhaltungen und Bewegungsstörungen kommen.

Um diese negativen Zustände zu durchbrechen und wieder eine stabile Homöostase zu erlangen, verfolgt man in der Physiotherapie mit Hilfe des propriozeptiven Trainings zwei Strategien:

  • Man reduziert die Ursachen, die zu einer negativen Verschiebung führen

  • Man stärkt bzw. man stabilisiert die positiven Einflüsse

Im Wettkampf wird es schwer fallen Ursachen zu reduzieren, die die durchzuführende Technik negativ beeinflussen, da viele unterschiedliche und unvorhersehbare Gegebenheiten auf den Sportler einwirken. Die positiven Einflüsse kann man dahingehend stärken und stabilisieren, indem man für den Sportler im Training vielfältige Situationen schafft, in denen er eine bestimmte Bewegung ausführen muss. So erhält er für unterschiedliche Situationen eine Alternativregulation.

 

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