Training & Organisation des Jugendtrainings

von Alberto Salomoni


Grundbedingungen

"...die wichtigsten Lernschritte sind das Entwickeln, Festigen und Anwenden in möglichst spielnahen Situationen. Im Vordergrund steht die Erarbeitung der Handlungselemente des Spiels (z.B. Fertigkeiten und Fähigkeiten bei Aufschlag, Annahme, Aufbau, Angriff, Block, Sicherung und Feldabwehr) in Einzel-, Komplexübungen und Kleinfeldspielen. Eine besondere Rolle spielen hier die Organisationsformen, durch die gleiche Lerninhalte abwechslungsreich geübt werden können..." (aus: Volleyball Handbuch des DVV - Erich Christmann u. Klaus Fago)

Die Problematik im Jugendbereich: Spaß oder Leistung?
Wenn wir Trainer in einem Jugendbereich sein wollen, müssen wir sofort verstehen, dass wir es mit einer Welt zu tun haben, die schwierig, lustig, motivierend, und überraschend ist. 

  • Schwierig, weil die Mädchen und die Jungs in dem Alter zwischen 13 und 18 Probleme haben und es für sie nicht einfach ist, eine Lösung zu finden. In diesem Fall sollte ein Trainer auch ein Freund werden, jemand dem die Jugendlichen ihre Probleme ohne Angst erzählen können.

  • Lustig, weil es oft passiert, dass die Jugendlichen Situationen bieten, die wir überhaupt nicht erwartet hätten. Aus meiner Erfahrung als Jugendtrainer kann ich sagen, dass ich mehr Spaß mit den Jugendlichen als mit den Erwachsenen gehabt habe, trotz der Probleme der Jugendlichen.

  • Motivierend, weil ich denke, dass ein Jugendtrainer nicht ein Chef sein sollte, sondern ein Ideenschöpfer. Wir sollten nie vergessen, dass die Jugendlichen es mögen, wenn ein Trainer - Lehrer sich auf dem gleichen Niveau mit ihnen vergleicht. Manchmal haben wir unterschiedliche Ideen, Meinungen oder Überzeugungen, nur weil wir in einer anderen Welt leben. Die Jungs oder die Mädchen mögen es, wenn sie Hauptdarsteller sind. Wir müssen ihre Ideen mit-einbeziehen.

  • Überraschend, weil es oft geschehen ist, dass die Jugendlichen, bei denen wir es nicht erwarten, nach ein paar Jahren gute Spieler geworden sind.

Der Lernprozess bei den Jugendlichen sieht in der Regel folgendermaßen aus:

Deswegen sollten wir als Trainer auch Geduld haben, wenn eine Phase kommt, in der die Spieler sich nicht entwickeln. Das größte Problem für einen Volleyball-Trainer sind, die 4 o.g. Voraussetzungen mit der Lernphase von Grundtechnik und Technik zusammenzusetzen:
Die Jugendlichen kommen in die Halle mit der Erwartung, Spaß und Spiel zu haben.
Aber Spaß und Leistung setzen sich nicht zusammen, wenn die technischen Voraussetzungen fehlen.
Ein großes Problem.

Es passiert oft (es ist auch mir hier in Deutschland passiert, aber auch in Italien), dass Jungs oder Mädchen nach einer Periode aufgehört haben, weil sie nicht mehr motiviert waren.

Nach meiner zwölfjährigen Erfahrung als Trainer (sechs davon im Jugendbereich) bin ich immer mehr überzeugt, dass wir mit den heutigen Jugendlichen auf zwei große Aspekte achten müssen:

  • Die Beziehung mit den Eltern

  • Das Spiel

Die Beziehung mit den Eltern

Den ersten Aspekt habe ich deutlich in den letzten zwei Jahren erlebt. Ich habe in Mainz-Bretzenheim als Jugendtrainer zwei Gruppen trainiert: eine D- und eine C-Jugend weiblich. Mit den Eltern von der D-Jugend habe ich sofort eine gute Beziehung gehabt. Ich habe den Eltern immer sofort erklärt, wieso oder warum ich bestimmte Entscheidungen beim Training oder beim Spiel getroffen habe. Die Eltern haben dann zu Hause den Kindern die Entscheidungen und die verschiedenen Meinungen erklärt. Eine große Hilfe. Das Ergebnis ist wirklich interessant gewesen: numerische Verbreiterung der Gruppe und Erfolge in den Meisterschaften.
Von der C-Jugend habe ich nur eine Mutter kennen gelernt. Ergebnis: fast alle Spielerinnen haben aufgehört. Die geforderte Leistung für die Spielerinnen war einfach zu hoch, um ohne Unterstützung der Eltern alleine damit umzugehen.
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Das Spiel
Meiner Meinung nach ist dass das Spiel immer der wichtigste Teil in einem Training. Die Übungen sind nur die Phase um die Technik zu verbessern, aber nicht umgekehrt. Es passiert oft, dass viele Trainer denken, dass die Technik der wichtigste Teil in einem Training ist. Das Ergebnis ist, dass die Spieler und Spielerinnen nicht die Spielsituationen erkennen. Außerdem ist ein Training nur über die Grundtechnik sehr langweilig für die Jugendlichen.

Verschiedene Philosophien bei den Trainingsmethoden

  • Die osteuropäisch-asiatische Methode, basiert auf den extremen Wiederholungen von analytisch-synthetischen Übungen.

  • Die amerikanische und westeuropäische Methode, in dem das Spiel immer im Mittelpunkt ist

Ich bin überzeugt, dass für die Jugendlichen die amerikanisch/westeuropäische Methode die spaßbringendere ist, weil sie die Wünsche der Jugendlichen erfüllt.
In Italien z.B. haben wir eine Erweiterung von dieser Methode erarbeitet, weil für die Amerikaner das Training nur 6 gegen 6 konzipiert war. Außerdem sind die Erfolge von den Amerikanern gekommen, weil in den 80-er Jahren Talente wie Karch Kiraly gespielt haben. Nachdem sie nicht mehr gespielt haben, hatte die amerikanische Nationalmannschaft keine Erfolge mehr.

Die italienische Trainingsmethode (Globalspielsituationmethode)
In der Globalmethode wird so trainiert, als ob wir einen Zoom vom Spiel hätten, d.h. es wird ein Focus auf die technischen Aspekte der Grundtechnik gerichtet. Das Ziel der Globalmethode ist, das Spiel spielend lernen. Die Aufgabe eines Trainers ist die Probleme zu vereinfachen. Wenn wir ein Training vorbereiten wollen, dürfen wir nicht die einzelnen Übungen wählen, sondern 

  • die Situation in der wir arbeiten wollen

  • die Phase des Spiels und 

  • was wir korrigieren wollen. 

Bei den Jugendlichen sollten wir versuchen, Grundtechnik und Spielsituation zusammen zu trainieren, um nicht das Training langweilig werden zu lassen. Es ist klar, dass wenn die Spieler keine großen technischen Fähigkeiten haben, sie diese am Anfang verbessern müssen, aber danach den Spielern die Möglichkeit geben, sie beim Spiel zu probieren.

Wie es immer gesagt worden ist, das Spiel wird jetzt beim RPS (RallyPointSystem) in Annahmepunktphase und Breakpointphase.

1. Die Techniken, die zu der Annahmepunktphase gehören, sind:

  • Annahmebagger (frontal, seitlich und im Fallen für die Sprungangabe) 

  • Annahme mit Pritschen

  • Frontal- und Kopfpritschen: am Netz und weit vom Netz

  • Angriff: geradeaus, diagonal, longline, blockout und Lobs

  • Sicherung des Angriffs: mit dem Bagger, mit einem Arm, im Fallen

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2. Die Techniken, die zu der Breakpointphase gehören, sind:

  • Aufschlag: Flatter-, Flattersprung- und Sprungaufschlag

  • Block: Einzel-, Doppel-, Dreierblock. Einzeltaktik und Mannschaftstaktik. 

  • Block gegen schnelle Angriffe und gegen hochgestellte Angriffe. Block gegen Angriffe weit oder nah am Netz.

  • Feldabwehr: Dankebälle, frontal gegen starke Bälle, seitlich, nach einem Touch vom Block, Hechtbagger einarmig und beidarmig, Rutschbagger

  • Frontal- und Kopfpritschen: Schwerpunkt sind die Bälle, die weit vom Netz gestellt werden sollen

  • Angriff: wie bei der Annahmepunktphase, aber große Aufmerksamkeit bei den hochgestellten Bällen

  • Sicherung des Angriffs: wie bei der Annahmepunktphase

Die Globalmethode ist gut auch für den Jugendbereich. Wir müssen darauf achten, dass die Grundtechniken und die Techniken mit großer Aufmerksamkeit in der Spielsituation erarbeitet werden. Der Kernpunkt in der Globalmethode ist nicht eine extreme Wiederholung der Grundtechniken alleine in Übungen zu zweit oder zu dritt, sondern eine systematische Wiederholung der Grundtechniken beim Spiel.

Die Übungen für die Grundtechnik werden in der Anfangsphase des Trainings geübt, aber mehr als Wiederholung und Aufwärmung. Sie sind nicht den Kernpunkt des Trainings. 

In einem Training gilt die größte Aufmerksamkeit einer Spiel-Phase, nicht dem gesamten Spiel. Der Trainer soll in einem Training entweder die Annahmephase oder die Aufschlagphase ( Breakpoint) wählen. Sobald der Trainer entschieden hat, welche Phase Schwerpunkt für das Training seiner Mannschaft ist, trainiert er alle dazugehörigen Techniken. Da ein Trainer in einem Training nicht alles trainieren kann, wird er die Techniken wählen, die im Moment nicht erfolgreich sind. Die systematische Wiederholung und Korrektur der Techniken geschieht innerhalb des Spiel. Wenn ein Spieler einen Fehler gemacht hat, muss der Trainer ihm (in der Regel) die Möglichkeit geben, diese Technik zu wiederholen. 

Angriff und Pritschen ( Zuspiel) müssen immer trainiert werden, weil sie die Techniken sind, die in jeder Phase gespielt werden. Wenn bei Kindern oder Jugendlichen der Aufschlag noch nicht stabil ist, ist es besser, mit einem Wurf des Trainers anzufangen. Oder nach dem Aufschlagfehler des Spielers, wird sofort ein Ball eingeworfen, um weiter zu Spielen.
Globalmethode bedeutet, das Spiel und die dazugehörigen Techniken im Spiel trainieren, aber ohne Punktzahl und mit einer systematischen Wiederholung des Fehlers in der gleichen Situation des Spiels.

Das Jugendtraining

Grundprinzipien bei der Arbeit mit Jugendlichen

Wenn wir einen Jugendbereich trainieren, ist der erste Punkt, den wir planen müssen, die Trainingseinheiten pro Woche. Ideal wären 3 (oder 4) Trainingseinheiten pro Woche mit 2 Stunden Zeit. In Deutschland normalerweise werden 2 Trainingseinheiten pro Woche geplant. Sie sind zu wenig, um eine qualitativ hochwertige Arbeit zu erreichen. Aber mit 2 Traningseinheiten kann man schon die Woche planen. Es ist wichtig, dass wir sofort die Spielsituationen wählen. Wir müssen auch überlegen, dass die Kinder immer mit der Schule zu tun haben, die bei den Jugendlichen ein großer Aufwand ist. Wir können also sagen, dass die Qualität des Trainings wichtiger ist, als die Quantität. Die Grundprinzipien, die zu einer qualitativ hochwertigen Arbeit in einem Jugendbereich gehören, sind:

  • der Rhythmus des Training

  • die Wahl der wichtigsten Phasen des Spiels und der dazugehörige Techniken

  • einfache und klare Ziele für jeden einzelnen Spieler 

  • Idealbeziehung zwischen Individualtechnik und Mannschaftstaktik

  • Spielmodule 

  • Anzahl der Spiele in einer Saison

Wenn wir einen guten Rhythmus im Training haben, haben wir auch einen guten Rhythmus im Spiel. Der Rhythmus ist die Anzahl von den Wiederholungen, die in einer bestimmten Zeit ausgeführt werden müssen. Das bedeutet nicht, dass wir von 10 Minuten Angriff reden, oder 15 Minuten Aufschlag - Annahme: alles ist abhängig davon, wie viele Angriffe die Spieler in diesen 10 Minuten erreichen oder davon, wie viele Aufschläge und Annahmen in diesen 15 Minuten ausgeführt werden. Je höher der Rhythmus (Wiederholungen in der Zeit)  ist, desto besser ist die Qualität des Trainings. 
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Trainieren einer C-Jugend
Eine C-Jugend ist meiner Meinung nach die schwierigste Mannschaft, weil:

  • sie zum ersten Mal 6 gegen 6 Volleyballspiel spielen;

  • es oft passiert, dass zu diesem Zeitpunkt die Spieler erst mit dem Volleyballspielen anfangen.

In einer C-Jugend sollten die Spieler sofort die wichtigste Phase in dem Jugendbereich lernen: die Annahmepunktphase, weil bei der Annahmephase die Spieler schon 3 wichtige Teile des Spiels lernen: 

  • die Annahme

  • das Zuspiel in der einfachen Form

  • Angriff geradeaus von der 4 und von der 2

Es gibt verschiedene Meinungen über das Spielsystem in einer C-Jugend. Meine persönliche Meinung ist, dass die Spieler in diesem Alter nicht die richtige Kraft haben, um schwierige Spielsituationen zu spielen. Z.B. wenn ein Steller von der 2 stellt, gibt es keine genauen Pässe auf die 4, weil die Kraft fehlt und die Flugbahn zu weit ist. Deshalb mit einer Spielmethode mit einem Steller auf der 2 die meisten Angriffe kommen von der 3. Wenn wir als Ziel in einer C-Jugend haben, dass die Spieler Kopf- und Frontalpritschen lernen sollen, ist es besser, wenn der Zuspieler von der 3 stellt. 

Mit dem Pritschen werden motorische und individuelle Fähigkeit angeregt. Wenn die Spieler pritschen wollen, müssen sie genau unter dem Ball sein: das bedeutet, dass sie sich immer mit einer genauen Abschätzung der Flugbahn bewegen müssen.

Mit dem Annahmebagger wird die Konzentration beim Spiel gelernt. Der Annahmebagger (mit dem Block und Angriff) ist die wichtigste Grundtechnik. 

Der hochgestellte Angriff ist bestimmt die  schwierigste Angriffsvariante beim Volleyball. Deswegen wäre es gut, dass die Spieler sofort diese Angriffstechnik lernen. Dieser Angriff wird später sehr wichtig für die Breakpointphase, weil die meisten Bälle in dieser Phase hoch in der Mitte abgewehrt werden und dann hochgestellt werden.

Block und Abwehr in einer C-Jugend
Die Zeit für die Abwehrphase (besonders, wenn wir nur 2 Trainingseinheiten pro Woche haben) ist sehr gering. Die Spieler sollten auf zwei Prinzipien achten:

  • Für den Block ist es wichtig, dass die Spieler immer versuchen zu blockieren in einer Einzelblockphase.

  • Für die Abwehr ist es absolut wichtig, die einfachsten Bälle zu holen (z.B. Dankebälle und Lobs). Das ist später für eine gute Abwehrmentalität in der B- und A-Jugend wichtig.

Trainieren einer B-Jugend
Wenn wir 2 Trainingseinheiten pro Woche haben, wäre es gut die Trainingseinheiten zu unterteilen in eine für die Annahmepunktphase und eine für die Breakpointphase, weil:

  • die Annahmepunktphase immer die wichtigste Phase bleibt

  • die Spieler eine Abwehrmentalität kennen lernen müssen

Die B-Jugend ist sehr wichtig, weil der Trainer die allgemeine Grundtechnikarbeit mit den individuellen Fähigkeiten harmonisieren muss. Wenn in einer C-Jugend wichtig ist, dass die Spieler die 3 o.g. Techniken lernen, muss in einer B-Jugend der Trainer anfangen zu erkennen, welche Rolle für welchen Spieler am besten ist. D.h., der Trainer fängt an, die Spieler zu spezialisieren. Was noch wichtiger in einer B-Jugend ist, ist, dass die Spieler viele Spiele spielen müssen. (Ca. 40 Spiele in einem Jahr) Die Arbeit in der Halle sollte die Fähigkeiten, die in der C-Jugend erlernt wurden festigen und vertiefen. Außerdem fängt der Trainer an, spezifische Arbeitsmethoden für die einzelnen Spieler einzuführen.

Das bedeutet nicht, dass die 16-jährigen nur in einer Rolle spezialisiert werden müssen, sondern wir spezialisieren die Entwicklung der technischen und taktischen Fähigkeiten der Spieler. Wir können nicht verlangen, dass die Spieler alles lernen können. Bei den 16-jährigen können wir schon sehen, wer gut ein Zuspieler werden kann, ein Mittelblocker ....

Die wichtigste Übung in einer B-Jugend ist Aufschlag - Annahme - Angriff.

Beim Aufschlag ist wichtig, dass die Spieler lernen, dass man nicht 2 Fehler hintereinander machen darf. Es gibt viele Trainer, die um die Gegner in Schwierigkeiten zu bringen, verlangen, dass die 16-jährigen schon einen effektiven Aufschlag haben. Meine Meinung ist, dass in diesem Alter die Spieler noch die richtige Grundtechnik bei dem Aufschlag lernen müssen:

  • Angabe weit weg von der Grundlinie &

  • Angabe nah an der Grundlinie.

Das Training dieser zwei Arten von Aufschlägen ermöglicht auch die Verbesserung der Annahme. Die Annahmespieler müssen sich auf die unterschiedlichen Flugbahnen konzentrieren. Deswegen ist die o.g. Übung (als synthetische Übung und als Hauptübung bei der Globalmethode) die wichtigste in einer B-Jugend.

Wenn die Annahmephase nicht korrekt kommt (z.B. weil die Fähigkeiten der Spieler noch nicht gut genug sind) bleibt als Hauptangriff bleibt immer der hochgestellte Angriff und der Meterangriff über die der Mitte. Meiner Meinung nach kann man, nur wenn die Spieler eine gute Annahmetechnik gelernt haben, Schnellangriffe in das Spiel integrieren. Wenn wir verlangen, dass die Spieler sofort Schnellangriff lernen, ohne das eine richtige Annahme kommt, ist das Ergebnis, dass die Spieler verunsichert werden,  weil sie nie die Möglichkeit haben den Schnellangriff beim Spiel zu üben. Das passiert nicht, wenn die Spieler in der Mitte die Möglichkeit haben, einen Meterball zu spielen.

Beim Angriff einer B-Jugend ist der Abstand zum Netz sehr wichtig. D.h., es ist wichtig, dass die Spieler den Absprung weit genug entfernt vom Netz (ca. 0,50 m bis 1 m) lernen. Noch wichtiger ist es, dass die Spieler Angriffsvarianten lernen: longline und diagonal, rechts und links.

Die beste Spielmethode bleibt immer, meiner Meinung nach, die 4/2 (4 Angreifer und 2 Steller mit Läufer 1 und 6). Die Vorteile von dieser Methode sind, dass wir immer die Möglichkeit haben, mehrere Angreifer und mehrere Zuspieler zu trainieren. Der Angriff von dem Rückraum ist in diesem Alter noch zu schwierig, weil in der Regel die Angrifftechnik und die Erfahrung noch nicht ausreichend sind. Die Effektivität beim Angriff ist nicht ausreichend. 

Block - Abwehr in einer B-Jugend

In einem B-Jugendspiel sind 9 von 10 Angriffen hochgestellte Bälle, d.h., beim Block ist die genaue Position der Arme wichtiger als die Bewegung zur Blockposition. Außerdem spielt die korrekte Entscheidung zum Absprung eine wichtige Rolle. Die Arbeit in der Halle für den Block sollte mit diesen 2 Prinzipien vorbereitet werden. Eine gute Abwehrmentalität spielt hier eine wichtige Rolle: "immer die einfachen Bälle holen". Das wichtigste Prinzip bei der Abwehr sollte sein, dass die Spieler immer bereit sind, sich zu bewegen.

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Trainieren der A-Jugend

Trainieren einer A-Jugend bedeutet, in den meisten Fällen, eine Mannschaft zu trainieren, die schon viele technische und taktische Fähigkeiten besitzt. In der Regel simuliert eine A-Jugend schon, was später eine Mannschaft im Seniorenbereich spielt. D.h. ein Steller, ein Diagonalspieler, zwei Mittelblocker und zwei Annahmespieler. Die meisten A-Jugendlichen spielen so wie beschrieben, auch wenn es möglich wäre zwei Zuspieler zu haben und zwei Mittelblocker, die annehmen können. Jeder Trainer entscheidet dies aufgrund der  individuellen Fähigkeiten der eigenen Spieler. Es passiert auch oft, dass die 18-jährigen ihre Rolle während der Meisterschaft geändert haben. Während es bei der C-Jugend wichtig ist, Pritschen, Bagger und Angriff zu lernen und bei der B-Jugend die taktischen und technischen Festigung von Aufschlag - Annahme und Angriff ist, sollte man bei einer A-Jugend eine große Aufmerksamkeit haben auf:

  • den Schnellangriff (Aufsteiger, Kopfaufsteiger und schnelle Pässe)

  • eine guten Block - Abwehrsituation

Der Angriff ist die wichtigste Grundtechnik im A-Jugendbereich. Bei den 18-jährigen sollte man viel arbeiten um verschiedene Spielsituationen aufzubauen, die sich durch hochgestellte Bällen ergeben. Bei den Jungen ( mit der letzten Entwicklung des Volleyballspiels ) sollte man auch ein systematische Training über die Sprungangaben aufbauen. Es gibt zwei Grundregeln, nicht weniger wichtig als die technischen und taktischen Aspekte: 

  • Die Zuspieler dürfen nicht die Annahme kritisieren.

  • Die Angreifer dürfen nicht die Pässe kritisieren.

Der gegenseitige Respekt ist wichtig, weil die Spieler sonst eine leichte Ausrede für misslungene Bälle hätten und es schnell zu Unzufriedenheiten in der Mannschaft kommen könnte. Der Zuspieler muss versuchen einen genauen Pass zu stellen, egal welche Annahme kommt. Man erkennt einen guten Angreifer daran, wenn er die Punkte in den schwierigsten Situationen erzielt. 

Der Schnellangriff ist das Hauptthema in einer A-Jugend. Um einen Schnellangriff zu realisieren sind wichtig:

  • eine ausreichende genaue Annahme

  • gute athletische Voraussetzungen des Spielers

Der letzt genannte Punkt ist sehr wichtig für die Mittelblocker, die sehr hoch springen müssen und schnell den Ball beim Angriff treffen müssen. Der Mittelblocker sollte den Schlag nicht nur die 3-4 Meter ins Feld machen, sondern auch die letzten Meter des Feldes treffen. Der Absprung darf nicht zu nah am Netz gemacht werden. Der Angreifer trifft den Ball nicht vorne sondern über oder hinter dem Kopf. Das passiert auch wenn der Spieler zu früh angelaufen ist.

Block - Abwehr in einer A-Jugend

Das Block - Abwehrsystem in einer A-Jugend sollte nicht nur als analytische-syntetische Übung trainiert werden, sondern mehr als Globalmethode. Wichtig ist beim Block - Abwehrsystem, dass die Spieler anfangen zu kommunizieren: 

  • welche Entscheidung wird der Blocker treffen und 

  • wie wird sich die Abwehr sich im Feld positionieren. 

Da wir in der A-Jugend auf gute Angreifer treffen, sollten die Spieler alle Abwehrtechniken lernen. (Abwehr-)Mentalität, Technik und Taktik sind in der A-Jugend genauso wichtig wie bei den Erwachsenen.

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